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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 40

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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IRI
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37 gefunden werden? Wer konnte nur auf den Gedanken kommen, sie an einem solchen Orte zu suchen? Häjek und Dubravius74) erzählen von der Feindschaft zwischen Jacob und den „Herren". Die Ursache war, so sagt Häjek, der Hochmut Jacobs, weiters, daß er die Herren beim Herzog verleumdete, daß er auch nach der Taufe im geheimen Jude blieb und seine jüdischen Volksgenossen begünstigte. Auch Dubravius weiß vom Scheinchristentum Jacobs, daß er die Juden gefördert und die Christen geschädigt habe, und er hebt besonders hervor, daß die Hofleute es als Schmach empfanden, daß am Hofe eines Fürsten ein Jude den Vortritt vor Christen habe. Das sind durchwegs Erfindungen der beiden Geschichtsschreiber, aber man muß zugeben, manches ist gut erfunden. Daß Jacob, der Mann jüdischer Herkunft, der es weiter als alle Hofbeamten und Grafen gebracht hatte, von ihnen als lästiger Eindringling und Feind angesehen worden ist, ist ohne weiters zu glauben. Cosmas vergleicht Jacob mit einem Basilisken, der mit seinem giftigen Atem jeden töte. Es ist schon oben bemerkt worden,75) daß diese Worte einen besonderen Sinn haben, daß sie eine Anspielung auf Intriguen und Kämpfe am böhmischen Hofe enthalten. Die Feinde Jacobs mögen wiederholt versucht haben, ihn zu stürzen; umsonst, sie unterlagen und mußten büßen. Keinen besseren Dienst hätte Jacob ihnen erweisen können, als das Verbrechen der Kirchenschändung zu verüben. Die Tat wäre sinnlos gewesen, wenn er als Täter unentdeckt geblieben wäre, wurde er jedoch entdeckt, so ging es nicht nur um sein Amt, sondern auch um seinen ^Kopf. Kann man glauben, daß Jacob selbst seinen Feinden die schärfste Waffe in die Hand gegeben hätte? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, daß diese jedes Mittel, auch das schändlichste, gegen ihn gebraucht haben? Aus solchen Erwägungen geht eine andere Lösung des Problems hervor: nicht Jacob hat den Kirchenfrevel verübt, sondern seine Feinde. Indem sie ihm das Verbrechen zuschoben, wollten sie ihn verderben. Und nun wird alles, was bisher unklar war, mit einem Schlage klar. Es konnte kein Motiv gefunden werden, das Jacob zur VerÜbung des Verbrechens hätte bestimmen können. Vollkommen begreiflich, da er es gar nicht begangen hat. Es war rätselhaft, wie die Reliquien in der Kloake gefunden werden konnten. Das Rätsel ist leicht zu

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