Mannheim
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  1. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 8

    5 Das Gegenwartsgefühl indiziert unter anderem bis wohin man darin gelangt ist. Es ergeben sich daraus drei Grundformeln vom Judentum. Die Westliche : Die Frömmigkeit hat die Macht des Bösen gebunden. Die Staaten erschließen die guten Mögli…

  2. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 9

    6 das Judentum aber den Volksgeist, welcher in jedem Grade des Verfalles Erneuerung zuläßt. Auch der westliche Geiger hat die der Fähigkeit des Judentums betont unter den immöglichsten Bedingungen so zu leben, daß bei ihrer Besserung noch i…

  3. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 10

    7 Die Erschließung des Denkens kann in dieser Lage nicht die Versandung der vitalen Orientalisten bedeuten. Die Aushilfelogik bleibt ein entdeckerisches Organdesintensiven Willenszur Geschichtscontinuität und unter gesteigerten Risikoverhäl…

  4. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 11

    8 ausdrückt, in Wortformeln anzusprechen haben. Und wird zu dieser soziologischen Definition des Antisemit i s m u s gelangen: Ein Gleiten aus Strebungen, welche nur auf der Linie des größten Widerstandes realisiert werden können, in die Li…

  5. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 12

    9 Masaryk aber ist der Soziologie nicht der abstrakten, sondern der konkreten Aushilfen. Diese Soziologie übt er Jahrzehnte ein. Er wandte sie im Kriege an. Der Krieg war ihm eine angewandte Soziologie der konkreten Aushilfen. So erbaute er…

  6. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 13

    …ne Geschichte dieser Elementarzeit zu schreiben. In den rudolphiiüsehen Zeiten ist in Prag eine Wendimg zu verzeichnen. David Gans, ein Schüler ben Bezalels, schrieb eine weltliche Chronik. Die Soziologie der jüdischen Geschichtsschreibung in der cec…

  7. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 14

    …g und reife Form abgewartet. So war es im Falle Gans. Später in den Fällen Eibenschütz und Mendelssohn. Die Chronik des David Gans ist als W e r k ein Teil der Melantrichzeit. Als Entschluß ist sie der Anfang einer neuenGegenwartsreceptiondurchdas Ju…

  8. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 15

    12 im Sinne einer Soziologie der latenten Gegenwart) ist ein Vorwissen im Sinne Comtes möglich. David Gans ist auch durch die weltliche Technik bestimmt. In der jüdischen Kopierungstradition hätte eine weltliche Chronik keinen…

  9. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 16

    …hen im Reiche der „Gelegenh e i t" für I s s e r 1 eine Contemplation über die Welt, welche noch immer geschaffen wird. David Gans will aber den Wirklichkeitssinn stärken, um eine Abwendungseinstellung auszulösen. Darin war David Gans ein selbständig…

  10. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 17

    …ollegium der Rabbiner mußte den Anklagewahn bannen. So klagt später nach der Sabbathäischen Zeit der Hamburger Rabbiner Emden den mährischen Einbenschütz. Das ist eine Dreyfusiade des westlichen puritanischen Rabbiners gegen den Rabbiner, welche…

  11. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 18

    15 ist. Eine Biographie Cyrills weist auf intensivere Beziehung dieses Slavenapostels zu Juden hin. Safank machte Steinschneider aufmerksam. Auch in Rußland hat man jener Stelle Aufmerksamkeit geschenkt, welche von einer Religionsdisputatio…

  12. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 19

    16 eine Resonanz für jüdische religiöse Stimmungen, von denen für den Chasarenkönig nach der Situation das Kyrosmotiv vielversprechend sein mußte. In der Slavenwelt der Cyrillzeit waren die byzantinischen Juden mehr als Vermittler. Solange …

  13. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 20

    17 Der Sturz des Vicedominus Jacob (1124). Von Samuel Steinherz. Unter den spärlichen Nachrichten, die uns über die ältere Geschichte der Juden in Böhmen erhalten sind, ist eine beson…

  14. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 21

    18 genauer berichtet, worauf dieser Einfluß beruhte; er schildert nur im Allgemeinen seinen Charakter in den häßlichsten Farben". Die Tat Jacobs (Zertrümmerung des Altars) sei daraus zu erklären, daß seine Macht ihn verblendet habe. Eine ga…

  15. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 22

    19 erschien, es unterließ, seine Beschuldigung zu begründen." Für den Kirchenfrevel Jacobs findet Novotny das Motiv, daß die „eigene Erhebung (d. h. das Aufsteigen Jacobs zum hohen Amte eines Vicedominus) ihm unerträglich erscheinen ließ, w…

  16. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 23

    20 den er anhaucht. Von ihm bezeugen auch sehr viele wahrheitsliebende Menschen, daß oft der Satan in menschlicher Gestalt an seiner Seite gesehen worden ist, wie er sich ihm gehorsam zeigte. Durch seine Künste trieb er ihn zu einer solchen…

  17. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 24

    21 erzählt, daß ein sehr reicher Jude auf dem Aujezd in Prag gewohnt habe, daß er dort nicht nur ein stattliches Haus, sondern auch eine eigene Synagoge hatte, und zwar genau an der Stelle, wo jetzt (d. h. zur Zeit Häjeks) das Kloster zu St…

  18. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 25

    22 Häjek für seine Erzählung keine andere Quelle gehabt hat als den kurzen Bericht von Cosmas, und daß alles, was über diesen Bericht hinausgeht, vom ersten bis zum letzten Worte seine Erfindung ist.12) Ein Jahrzehnt, nachdem die Chronik Hä…

  19. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 26

    23 Jude Jacob, der über Aufforderung des Herzogs sich taufen läßt, der durch ein besonderes Edict des Herzogs gegen Verunglimpfungen geschützt wird, den die neidischen Hofleute belauern, der nach seiner Verhaftung selbst sein Vermögen anbie…

  20. 1930-01-01 · 2 (1930) · page 27

    24 auch sonst) die Erzählung Häjeks abgelehnt und sich an Cosmas gehalten.21) Da Häjek seine Erzählung zum kleinen Teil dem Bericht von Cosmas entnommen, zum größeren frei erdichtet hat, da Dubravius beide Werke (von Cosmas und Häjek) benüt…