Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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9 Masaryk aber ist der Soziologie nicht der abstrakten, sondern der konkreten Aushilfen. Diese Soziologie übt er Jahrzehnte ein. Er wandte sie im Kriege an. Der Krieg war ihm eine angewandte Soziologie der konkreten Aushilfen. So erbaute er die neue Gesehichtsbühne der cechoslowakischen Republik. MasarykbetrachtetalsnatürlicheStaatsmethode — nicht Staatsidee — die konkrete Logik. Es ist also auf der neuen cechoslowaiischen Geschichtsbühne das Problem der gesteigerten Konkretheit der Geschichtsschreibung in neuem Lichte zeigen. Das bedeutet etwa: 1. Zusammenarbeit der logischen und vitalen Optik. 2. Erfassung der Kultus-Polykultur und Autokulturbeziehungen zum Judentum als mannigfache Einheit der Uberwindung abwendbar fataler Grenzsetzungen des Geschichtlichen. 3. Darstellung des mitteleuropäischen Spektrums der cechos 1 owaki schen Diaspora in ihren mannigfachen Anlage- und Tendenzgraden des jüdischen Andersseins. Wobei etwa zu unterscheiden wäre: a) das konstitutionelle Anderssein, welches in seiner Sphäre Alles ändert; b) das Charakterologische, welches die Dinge in irgendeiner Weise bestimmter macht; c) das temperamentartige, welches einen überpersönlichen psychischen Hintergrund bewahrt; d) das nüancierte mit Abschattungen des Andersseins; e) dann Tendenzen zum Bewahren eines fatalen Restes; f) zur Liquidation; g) zum Ursprung; h) zur optimalen Verbindung von Glied und Anderssein. 4. Spurenerforschung der indirekten Ausübung der verdrängten Geschichtlichkeit.