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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 14

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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IRI
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11 deshalb, weil die Vorbereitung fehlte. Man hat oft Rechtfertigung und reife Form abgewartet. So war es im Falle Gans. Später in den Fällen Eibenschütz und Mendelssohn. Die Chronik des David Gans ist als W e r k ein Teil der Melantrichzeit. Als Entschluß ist sie der Anfang einer neuenGegenwartsreceptiondurchdas Judentum. In der soziologischen Einstellung tritt dies klarer zu Tage. Die S o z i o 1 o g i e ist ein Fach. Aber auch eine Einstellung. Es gibt drei Einstellungen zur Geschichte. Die epigonistische, diagnostische und prognostische. Die epigonistische Struktur ist durch ein Gegenwartsgefühl modelliert, welches die erschlossene Periode von ihrer zur Erschließung elementar treibenden Vorperiode trennt. Für das moderne Judentum war die bürgerliche Emancipation eine solche epigonistische Vorperiode. Später die neuen geschichtlichen Beziehungen zu Palästina. Die Geschichtsphilosophie übt eigentlich die Funktion aus, zwei Gefühle des definitiven geschichtlichen Standes, welche einander verdunkeln, in eine Lage der gegenseitigen Beleuchtung zu bringen. (Dahlmanns Satz: was nacheinander folgte, kann nebeneinander leben.) Dadurch wird aber überhaupt das strukturale Weben der Geschichte bewußt und kann in der soziologischen Einstellung aufgewiesen werden. Die soziologische Einstellung ergibt sich aber doch, wo das erschlossene Gegenwartsgefühl auf die Gewißheit stößt, daß die geschichtliche Entwicklung nicht allesauslöst, wenndieGenerationennichtals Organe einer systematischen, ergänzenden sich ausbilden können. Dieser Wille zum systematischen Auslösen des latenten Menschentums führt zur soziologischen Einstellung und zum strukturalen Erfassen der Welt der Menschenspuren. Welche Bedeutung David Gans hatte, das tritt am besten in dieser Einstellung hervor. Also nicht wenn man fragt, w i e es denn war, sondern indem man die Frage stellt: „Was eigentlich fehlte und ergänzt werden mußte" (auf Grund von Antworten auf diese Frage

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