Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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7 Die Erschließung des Denkens kann in dieser Lage nicht die Versandung der vitalen Orientalisten bedeuten. Die Aushilfelogik bleibt ein entdeckerisches Organdesintensiven Willenszur Geschichtscontinuität und unter gesteigerten Risikoverhältnissen. Hier kann eine neue für die jüdische Geschichtsschreibung brauchbare Soziologie des Antisemitismus ansetzen. Der Antisemitismus ist eine Fixierung. Di ege schichtliche Aushilfelogik braucht bei Continuitätshemmungen und Irritationen frei reflektorische Kreisung der Orientierungsvorstellungen. Dies bestimmte Masaryks Eintreten in den mit Ritualmordpsychologie durchsetzten Fall Po Ina. Die juristische Fixierung des Einzelfalles war mit der Gefahr einer soziologischen Fixierung durch ein unrichtiges Wirklichkeitsmodell verbunden. Ein unrichtiges Wirklichkeitsmodell bedeutet für Masaryk aber die erhöhte Gefahr einer falschen Geschichtsorientation. Geschichtsmacht erleichtert Korrekturen der falschen unkonkreten Geschichtssicht. Konkretes Denken muß Nachteile der Macht läge ausgleichen. Masaryks geschichtliche Ethik erlangt konkrete Logik. War Görland in seiner „Ethik als Kritik der Weltgeschichte" konstruiert, das lebte Masaryk als Soziologie der aushelfenden Tat. Erkennt man klarer den Bestimmungsreichtum der Beziehungen von Dingen und Menschen, gelangt man zu einem reicheren Aushilfesystemefeld. Deshalb muß Masaryk jene Selbsterkenntnisart ablehnen, welche den Antisemitismus charakterisiert. Selbsterkenntnis durch Gegen-symbole. Andererseits darf der Antisemitismus nicht ein Gegensymbol der jüdischen Geschichtsschreibung werden. Man wird deshalb Masaryks Soziologie der Tat im Falle Polna und das Grunderleben der Zusammenhänge, welche sie