Mannheim
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  1. 1864-01-01 · 1864 · page 28

    — 29 — der dazu gehörige Stoff innerhalb des Erfahrungskreises der Kinder liege, daß er andern, ihnen bekannten Disciplinen entnommen sei und ihnen zugleich zur Wiederholung des Erlernten dienen könne. Die Unlust und der Widerwille gegen st…

  2. 1864-01-01 · 1864 · page 29

    — 30 — bietet jeder Unterricht, auch wo die von mir vorgeschlagenen regelmäßigen Sprechstunden nicht eingeführt sind, genügsam Gelegenheit, besonders durch die Übersetzungen aus fremden Sprachen und bei dem Geschichtsunterricht, wenn er nic…

  3. 1864-01-01 · 1864 · page 30

    — 31 — weise mit den gebräuchlichsten und verbreitesten Lehrbüchern der deutschen Sprache stehen, dürste den Versuch einer Motivirung nicht überflüssig erscheinen lassen, so weit meine Erfahrung und Beobachtung reicht. Ich bin in meiner frü…

  4. 1864-01-01 · 1864 · page 31

    — 32 — durch die Grammatik erlernen zu lassen. Sollte das Kind seine Muttersprache nicht vielmehr schon durch ihren täglichen Gebrauch erlernen können, wie es bei den Völkern des Alterthums, und im vorigen Jahrhunderte noch in uuserm deutsc…

  5. 1864-01-01 · 1864 · page 32

    — 33 — wir, daß die ausgezeichnetsten Geister dieser letztern Ansicht huldigten, von Baco von Vernlam und Erasmus von Rotterdam bis hinab zu Pestalozzi, und daß erst mit diesem hervorragenden Namen, von dem wir sie am wenigsten erwarten konnten, d…

  6. 1864-01-01 · 1864 · page 33

    — 34 — „staben sind todte Wörter; die mündlichen Reden sind lebendige Wörter, „die geben sich nicht so eigentlich und gut in die Schrift, als sie der „Geist und Seele des Menschen durch den Mund gibt. Sage mir, „wo ist jemals eine Sprache g…

  7. 1864-01-01 · 1864 · page 34

    — 35 — phäen der nachfolgenden Jahrhunderte sich vermehren ließen, werden genügen, um die solide Basis kennen zu lernen, auf welcher die Alten bauten. Wollte man gleichwohl den Werth des grammatischen Unterrichts günstig nach den Resultaten…

  8. 1864-01-01 · 1864 · page 35

    — 36 — ablauschen. Die grüßten Redner des Alterthums, Demosthenes, Cicero, Perikles, Cäsar eroberten die Herzen durch ihre Sprache, nicht als Grammatiker, sondern als praktische Staatsmänner od…

  9. 1864-01-01 · 1864 · page 36

    — 37 — Es ist ein unseliger Irrthum, in welchem das Volk und selbst viele Lehrer befangen sind, zu glauben, der Maßstab eines guten Lehrers sei eine gute Methode. Ich habe selbst die Meinung von namhafter Seite schon aussprechen hören, diej…

  10. 1864-01-01 · 1864 · page 37

    — 38 — für ihn, wie für seine Schüler, wenn die vorgeschriebene Methode ihn der Selbstständigkeit beraubt, schlimm, wenn er sich auf jede Frage erst die Antwort holen muß. Die Methode hat noch nie einen guten Lehrer gemacht, aber der gute L…

  11. 1864-01-01 · 1864 · page 38

    — Z9 — übertriebene Zumnthung an die jugendliche Kraft stört gewaltsam die naturgemäße Entwicklung und zerkuickt die Lebeaskuospe, noch ehe sie ihren Kelch öffnen und der Sonne zuwenden konnte. Der Unterricht kann uns keine Geisteskraft ein…

  12. 1864-01-01 · 1864 · page 39

    — 40 — Kinder in Lagen zu bringen, in welchen ihr Geist vi et Beschäftigung findet und sie besonders mit andern wohlerzogenen Kindern ihres Alters zusammen zn bringen, denn nirgends entwickelt sich die Individualität des Kindes rascher uud …

  13. 1864-01-01 · 1864 · page 40

    41 der eignen Familie, und am naturgemäßesten verweiten sie bei der Mutter. Der Einfluß des Bildungszustandes einer Familie zeigt sich lowohl in dem Rei chth um von Begriffen und Wörtern, als in der Feinheit der Ausdrucksweise. Der Sprachsc…

  14. 1864-01-01 · 1864 · page 41

    — 42 — dieses Verhältniß hat zum Nachtheil sich geändert in unserer Zeit. Jetzt verlieren in gewissen Kreisen unsere vornehmen und bequemen Mütter die Kunst immer mehr, wie man mit dem Kinde plaudert und spielt. Diese hören nur das Gesinde …

  15. 1864-01-01 · 1864 · page 42

    — 43 — bereits gewonnene Höhe an und ergänzen sich in quantitativer und qualitativer Progression. Wie anders wird das Kind uns zugeführt, wie anders verläßt uns der Jüngling und die Jungfrau bei dem Eintritt in das Leben. Dieser Zunahme von…

  16. 1864-01-01 · 1864 · page 43

    Grenzen; sie greifen vielmehr in einander und senden sich gegenseitig ihre Theile zu. Diesen Wink der Natur darf kein Sprachlehrer unbeachtet lassen, welche Stufe ihm auch übertragen sein mag; denn dies Verhältnis gebietet, daß neben dem no…

  17. 1864-01-01 · 1864 · page 44

    …kennen lerne, daß ihm die Anleitung zu einem sittsamen und anständigen Verhalten ertheilt werde; er erzähle den Kindern allerhand, lasse sich von ihnen etwas erzählen, lasse sie im Taete buchstabiren, oder zeige ihnen, wie der Griffel oder der Bleis…

  18. 1864-01-01 · 1864 · page 45

    — 46 — folgenden Classe beginnt und fördere namentlich das naturgeschichtliche Fach, dessen wichtigstes Moment die Beschreibung sei. In unserer Anstalt werden jedoch die Denkübungen vorzugsweise als Mittel zur Vorbereitung auf den S p r a c…

  19. 1864-01-01 · 1864 · page 46

    … mitgebracht hat! „Die Sprache ist Aller Eigenthum und doch bleibt es höchst schwierig, sie vollständig zu besitzen."*) Cicero gesteht, er kenne die Ausdrücke der Handwerker nicht; ein als Grammatiker rühmlichst bekannter Autor sagte mir einst, e…

  20. 1864-01-01 · 1864 · page 47

    - 48 — zur Erklärung der Bedeutung mancher vorgesetzten und angehängten Sylben, wodurch der Verstand geschärft und das Verständniß der Lectüre erleichtert wird; ferner zur Anwendung concreter Wörter in ihrer bildlichen Bedeutung (wie Kopf, …