Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
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Grenzen; sie greifen vielmehr in einander und senden sich gegenseitig ihre Theile zu. Diesen Wink der Natur darf kein Sprachlehrer unbeachtet lassen, welche Stufe ihm auch übertragen sein mag; denn dies Verhältnis gebietet, daß neben dem normalen Unterricht in der untersten Classe vorbereitend, in der höchsten rePetirend, in allen Mittelklassen hingegen stets nach beiden Seiten hin zugleich verfahren werden müsse. Die unterste Klasse, (in uuserer Anstalt die sechste) ist diejenige, welche darum am wenigsten Schwierigkeiten darbietet. Nicht, daß sie darum auch die leichteste sei, denn jede Stufe hat ihre eigenthümliche Schwierigkeit. Aber in Hinsicht der Methode, nach welcher hier zu verfahren sei, herrschen im Allgemeinen übereinstimmende Ansichten. Der Sprachunterricht beruht hier vorwiegend auf sinnlicher Anschauung, lehnt sich zuerst an die sichtbare Umgebung an, nimmt dann die Erinnerung uud das Gedächtniß in Anspruch durch Beschreibuug auch nicht gegenwärtiger Dinge und wahrgenommener Tätigkeiten; es werden der Stoff, die Eigenschaften und der Gebrauch der Dinge besprochen oder aufgesucht. Für alle bisher unbekannten Gegenstände, für alle Zustände, Handlungen uud Eigenschaften empfängt das Kind die richtige Bezeichnung, denn für jeden Begriff bedarf der Mensch des wahrnehmbaren Wortes. — In der Grammatik werden, diesen Anschauungsübungen genan sich anschließend, das Hauptwort (die Zahlform), das Geschlechtswort (das Geschlecht), das Zeitwor. (die drei Hauptzeiteu), und das Eigenschaftswort betrachtet. *) Dieses Pensum dürfte nach dem Gesagten freilich nicht unbedeutend erscheinen. Allein es liegt dies Alles dem Kinde so nahe, und ist seiner Fassungskrast so angemessen, daß jeder Elementarlehrer es erfahrungsgemäß leicht erreicht. *) Die Rechtschreibung, obgleich zum Sprachunterrichte gehörig, habe ich in diesem Aufsatze absichtlich nicht berührt, weil dieselbe ein ergiebiges Thema für sich bildet. Auch sollte diese Arbeit nicht zu umfangreich werden, weshalb auch von andern einschlägigen Fragen, wie die Berücksichtigung der Mundarten und der Gedächtn ißübungen hier abgesehen werden müßte.