Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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41 der eignen Familie, und am naturgemäßesten verweiten sie bei der Mutter. Der Einfluß des Bildungszustandes einer Familie zeigt sich lowohl in dem Rei chth um von Begriffen und Wörtern, als in der Feinheit der Ausdrucksweise. Der Sprachschatz, welchen das Kind mit zur Schule bringt, verräth dem Lehrer, was eS daheim zu" sehen und zu hören pflegt, seine Ansdrucksweije ist ihm der Barometer für den BilouugSgrad des Hauses. Des Individuums Beschäftigung, Umgang und Umgebung sind die Quellen seineo Wortvorraths; wortarm und ungesittet wird ein Kind uns zugeführt, das in geistig armer, oder sittlich tiefstehender Umgebung ailfgewachs.ni ist; empfänglich dagegen für die kräftige Nahruug und die segeusvollste Einwirkung der nun beginnenden Sctmlerziehnng das glückliche Kind, das die Morgenröthe seines Lebens in heiterer und gesunder Atmosphäre genosseu. Sie bat den jugendlichen Geist für alle Zeiten gestärkt! Niemand hat mehr den Beruf, die Vorbildung der Kleinen vorzubereiten, Niemand ist uatürlicher darauf hingewiesen, als das liebewarme Herz einer pflichtgetreuen Mutter, i^s ist die stille, heilige Sphäre, welche der Schöpfer ihr angewiesc!, uud welche nur die Mutterliebe auszufüllen weiß, — die Mutterliebe, welche der göttlichen am nächsten steht, weil sie die reinste, die am wenigsten selbstsüchtige ist. Lasset das Jugendleben wahrhaft großer Männer an uns vorüberziehen, lasset uns die Geschichte oder die eigene Erfahrung darüber befragen, ob nicht in den meisten Fällen die Mütter die Grundlage zn ihrer Geistesgröße gelegt? Ob sie nicht durch gewinnende Sanftmuth und gemüthliche Unterhaltung und Lehre den Willen des einstigen Mannes zum Guten hingelenkt, seinen Eifer für Tugend, Weisheit und Ehre entzündet, und ob das Bild der Einfachheit und frommen Sitte, das sie in der Mutter vor sich sahen, nicht ihrem Streben die bessere Richtung gab? Da kbar, ewig dankbar empfinden und anerkennen wir jene unschätzbare Liebe, ehrwürdig und heilig bleibt uns ewig das Andenken an die aufopfernde Liebe einer solchen Mutter! — — Wie sollte nicht jede Mutter in diesem Segen bergenden Pfl-.chtkreise ihr höchstes Glück, ihre schönste Freude finden? Wo sind die Freuden, die inniger und dauerhafter wären? Und doch — auch