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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 33

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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IRI
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— 34 — „staben sind todte Wörter; die mündlichen Reden sind lebendige Wörter, „die geben sich nicht so eigentlich und gut in die Schrift, als sie der „Geist und Seele des Menschen durch den Mund gibt. Sage mir, „wo ist jemals eine Sprache gewesen, die man aus der Grammatik „recht und wohl habe reden lernen?" Melanchthon warnt die Autoren, in einer Grammatik zu viel Regeln zu geben, „um die Knaben nicht durch Weitläufigkeit „zurückzuschrecken." Neander, sein Zeitgenosse, bemerkt in der Vorrede zu Melanchthons Grammatik: „Da die Kinder durch die „Masse von Regeln und Beispielen erdrückt werden, und den Lehrern „diese Weitläufigkeit unbequem ist, so habe ich aus Melanchthons „Grammatik einen Auszug gemacht." Eine Ausgabe des Camerarius von Melanchthons Grammatik ist 507 Seiten stark; die Neanders nur 130. In Bezug hierauf macht Räumer folgende treffende Bemerkung: „Offenbar hatte Camerarius die Warnung Melanchthons, „nicht durch Weitläufigkeit die Knabeu zurückzuschrecken, bei seiner „Arbeit nicht gehörig beachtet. Indem er die Grammatik nicht blos „für Schulen, sondern auch für Meister berechnete, dieselbe ganz vollständig sehen wollte, geschah es, daß dieselbe für den Schulunterricht „unbrauchbar und unangemessen wurde. Neanders Simplification „wird von Schulmännern gewiß gebilligt werden, wie man denn überhaupt immer mehr zu der Ueberzeugung kommen muß, daß ein himmelweiter Unterschied zwischen einer Grammatik für Anfänger, und „einer für gelehrte Philologen stattfinde, ein so großer Unterschied, wie „zwischen dem Katechismus und einer gelehrten, obstruseu Dogmatik. „Jede Vermengung jener beiden scharf getrennten Begriffe bringt „Bastardgrammatiken hervor, welche dem Schüler zu gelehrt, dem „Meister zu trivial sind." In gleicher Weise spricht sich der obenerwähnte Wolsgang Ratich aus. „Neguln ohne Materien verwirren den Verstand", sagt er in seiner derben kräftigen Sprache. „Drumb ist's ungereimbt Ding, daß „man erst die Grammatik einbleven will und hernach erst die Sprachlehren. Es Heist, krige erst das Korn, danach sieh dich nach dem „Sack umb; überkomm erst das Geld, danach kaufe den Beutel, da „du es hineinlegst." — Diese wenigen Beispiele, welche durch Aussprüche mehrerer Cory-

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