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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 42

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0086-2581009
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— 43 — bereits gewonnene Höhe an und ergänzen sich in quantitativer und qualitativer Progression. Wie anders wird das Kind uns zugeführt, wie anders verläßt uns der Jüngling und die Jungfrau bei dem Eintritt in das Leben. Dieser Zunahme von Kräften entsprechend, soll auch der Unterricht allmählich wachsen, eine schwierige Aufgabe, welche der Lehrer, will er das richtige Maß einhalten, sich dadurch erleichtert, daß er seinen Stoff übersichtlich auf größere Gruppen vertheilt. Jacob Grimm, der Altmeister deutscher Sprachforschung, hat in einem, in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin gehaltenen, Vortrage den Ursprung einer jeden Sprache auf drei Bildungsstufen verwiesen. Die erste ist nach seiner Anschauung die Stufe des Schaffens und Wachsens; sie ist ihm die Periode, in welcher die Sprache „in kunstloser Einfachheit sinnlicher Entfaltung" Wurzeln und Wörter bildet, ahnlich der Entwicklung des Baumes, welcher zuerst nur Laub hervorbringt. Die zweite Stufe nennt er die der Formvollkommenheit, des Emporblühens, wo die Sprache durch die Flerion an Schönheit und Wohllaut gewinnt, dem Baume gleich, welcher in üppiger Vollsaftigkeit die lieblichsten Blüthen treibt. Die dritte Stufe endlich, die Stufe der Ausbildung der Rede mit hellerem Bewußtsein identificirt er mit dem erlangten Gedankenreichthum und dem G.'dankentriebe, vergleichbar mit der Periode, in welcher der Baum reife Früchte bringt. — Diese dem Laufe der Natur gewiß ebenso sehr, wie der historischen Wahrheit sich anschließende Eintheilung läßt sich eben so richtig und wahr auf die Vertheilung des Sprachstosfes in der Schule anwenden. Auch hier haben wir es mit denselben Abstufungen zu thun, indem wir eine Elementarstufe, in welcher der Stoff herbeigeschafft und in die Kindesseele niedergelegt; eine Formalstufe, in welcher die Flerion vorzugsweise geübt und die Schönheit und Präzision des Ausdrucks erzielt wird; und endlich die Stufe der höheren Verstandes- und Sprachbildung unterscheiden, welche, über Stoff und Form frei gebietend, und Beide lebensvoll durchdringend diese zu einem genießbaren Ganzen gestaltet, des Gebers wie des Empfängers würdig. — So genau geschieden diese drei Abstufungen aber zu sein scheinen, so gibt es für sie doch keine natürlichen

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