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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 46

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0090-2581013
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— 47 — richt es nicht mit der Bildung des Verstandes zu thun. Welchen Schatz von Wörtern erhalten sie nun nicht erst durch den Unterricht in der biblischen Geschichte, wo das ganze Gebiet sittlicher Wahrheiten sich ihm erschließt, durch den Leseunterricht, durch Unterhaltungen und den Anschauungsunterricht, abgesehen von dem nicht geringen Vorrath, den das Kind uns mitgebracht hat! „Die Sprache ist Aller Eigenthum und doch bleibt es höchst schwierig, sie vollständig zu besitzen."*) Cicero gesteht, er kenne die Ausdrücke der Handwerker nicht; ein als Grammatiker rühmlichst bekannter Autor sagte mir einst, er kenne viele in dem Gebiete der Musik nicht. Wer von uns ist nicht, nach irgend einer Seite hin, in gleichem Falle? Und bei achtjährigen Kindern sollte Vollständigkeit verlangt werden oder nöthig sein? Nein, es ist, wie Rousseau sehr wahr bemerkt, überflüssig, dem Kinde das zu lehren, was es von selbst lernt, und darum bleibe es die Aufgabe des zweiten Schuljahres die Denkübungen nicht zunächst für den Dienst der Realien, sondern im Dienste der Sprache zu verwenden. Diese Denkübungen stehen jedoch in sprachbitdender Beziehung in zweiter Linie, und bedürfen weniger Zeit. Die Vorbereitung ans die Mittelstufe in Uebung der Flexion durch Wortildung erscheint mir bei weitem wesentlicher und vielleicht auch schwieriger. Sind für den deutschen Unterricht — Lesen und Ortographie ausgeschlossen — in der Classe, von welcher hier die Rede ist, 4 Stunden ausgesetzt, was ich als Minimum betrachte, so wäre für die eigentlichen Denkübungen in der oben angegebenen Weise eine Stunde genügend, und eine zweite sür den Unterricht im eigentlichen grammatischen Wissen, zwei Stunden hingegen sind auf die Erwerbung des sprachzwecklichen Fonds zu verwenden. In diese beiden Stunden sind alle, bei dem Leseunterrichte vorkommenden schwierigen Begriffe, insofern ihre Erklärung und Verdeutlichung längere Zeit erfordern, aufzunehmen, sei es in vorbereitender oder wiederholender Absicht; sie werden desgleichen benutzt zur Bildung neuer Wörter durch Vor- und Nachsylben oder Umlaute, — wodurch übrigens ja ebenfalls neue Namen entstehen und der Wortreichthum vermehrt wird, — *) I. Grimm.

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