Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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— 38 — für ihn, wie für seine Schüler, wenn die vorgeschriebene Methode ihn der Selbstständigkeit beraubt, schlimm, wenn er sich auf jede Frage erst die Antwort holen muß. Die Methode hat noch nie einen guten Lehrer gemacht, aber der gute Lehrer bildet sich die rechte Methode.*) Die Freiheit der Methode, welche allerdings durch Vorschrift und Regel beengt sich fühlen muß, findet gerade durch das Fortschreiten auf dem Wege der Naturgemäßheit ihren weitesten Spielraum. Dieses gestattet nicht allein, es verlangt ein verständiges Ab- und Zugeben, indem es sich den gebotenen Verhältnissen anschmiegt, und, weit entfernt, die Freiheit zu beeinträchtigen, Lehrern und Schülern den Unterricht nur angenehm macht. Wir brauchen kaum hinzuzufügen, daß, indem hier Freiheit der Methode als das Zweckmüßigste dargestellt wird, wir damit in keiner Weise gewillt sind, aucb dem bei ihr wie bei jeder andern Freiheit möglichen Mißbrauche das Wort zu reden. Bei der hohen Wichtig" keit, welche die Muttersprache für Alle hat, ist ihre Behandlung in der untersten Volksschule, wie in der höheren Bürgerschule gleichzustellen; sie unterscheiden sich nicht sowohl in der Gediegenheit der Unterweisung, als vielmehr durch Umfang, Mannichfaltigkeit und Reichthum des Stoffes von einander, so wie die Einwirkung des Lebens und das Bedürfniß jeweilig sie bedingen. Der Genius der Wissenschaften muß in der Schule uns oft verlassen, doch nie versiegen uns die die Quellen der Natur! „Und in meinen Satzungen sollt ihr wandeln!" ruft der Schöpfer auch aus der Natur uns zu. Seine Satzungen sind auch die Gesetze des Himmels und der Erde, der Natur und ihrer jeglichen Kräfte. Wer wollte sich vermessen, sie zu verläugnen, und die Ordnung zu verkehren, welche die höhere Weisheit eingesetzt hat? Wie nach dieser Ordnung die Pflanze vom zarten Keime bis zur vollendeten Vollkommenheit ihres Wesens sich entfaltet, so erfolgt auch die Bildung der Menschenseele nach nothwendigen, ewig unverrückbaren Gesetzen. Jede Verletzung derselben rächt sich selbst. Jede *) I^a wetkoäs o'est wvi wendet Raumer hierauf an.