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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 30

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0074-2580997
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— 31 — weise mit den gebräuchlichsten und verbreitesten Lehrbüchern der deutschen Sprache stehen, dürste den Versuch einer Motivirung nicht überflüssig erscheinen lassen, so weit meine Erfahrung und Beobachtung reicht. Ich bin in meiner früheren Stellung Jahre lang der Strömung der Zeit gefolgt und habe den deutschen Sprachunterricht nach der eingeführten Schulgrammatik ertheilt; aber eine unbefangene Prüfung des Ergebnisses an meinen Schülern und den Schulen vieler Colleges so wie sie dem Schulmanne, wie der Wissenschaft geziemt — hat mir die Ueberzeugung beigebracht, daß, wie dieser Weg kein naturgemäßer, auch das Ziel, das er verfolgt, kein praktisches ist. Ich kann es nur wiederholen, daß weder von den Grammatiken noch von der Grammatik ein Heil für den Unterricht in der Muttersprache erwartet werden kann. Bon den Grammt iken nicht, da ihre Anlage durchweg nicht für Kinder geeignet ist. Der Ton, den sie anschlagen, ist entweder so hoch, daß er die Fassungskraft des Schülers übersteigt, und daß selbst der Lehrer sich vorbereiten muß, um ihre philosophische Sprache zu verstehen, in welcher die subtilsten Sprachgesetze dargestellt werden; oder er sinkt hinab in solche schale Pedanterie, daß er die Schwingen des jugendlichen Geistes lähmt. Eine Schulgrammatik, welche studirt werden muß, verdient ihren Namen nicht. Ein Lehrbuch, in welchem die allergewöhnlichsten Sprachelemente bis zum Ueberdrusse wiedergekäuet werden, hört auf ein Lehrbuch zu sein. Dazu kommt uoch, daß die verschiedenen Grammatiken oft im schroffsten Widerspruch mit einander stehen. WaS die eine als Regel aufstellt, wird von der andern als sprachwidrig verworfen, uud nirgends — soweit meine Kenntniß der einschlägigen Literatur reicht, — findet sich ein, auf naturgemäße Gesetze sich stützender Leitfaden, noch eine Sprachlehre, welche in Gang und Regel, in Gesetz und Anomalie, der andern gleiche. Ueberhaupt ist die Einführung der Grammatik in die Schule mit gänzlicher Verkennung der geistigen Gesetzmäßigkeit des Sprachvermögens erfolgt nnd sanctionirt worden. Dieses Factum entspringt, wie erwähnt, nur der unzeitigen Neigung, alle Lehrobjecte wissenschaftlich zu behandeln. Es wäre sicherlich nicht natur- und sachgemäß, die Muttersprache kunstgemäß, wie eine fremde, lange Jahre hindurch

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