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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 34

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0078-2581001
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— 35 — phäen der nachfolgenden Jahrhunderte sich vermehren ließen, werden genügen, um die solide Basis kennen zu lernen, auf welcher die Alten bauten. Wollte man gleichwohl den Werth des grammatischen Unterrichts günstig nach den Resultaten beurtheilen, welche die Gegenwart gewonnen habe, indem die Bildung in unfern Tagen eine allgemeinere und verbreitetere sei, und die der frühereu Zeit übertreffe, so darf man dabei zwei Dinge nicht übersehen. Einmal, daß diese allgemeinere Bildung eine nothwendige Folge der Verbesserung des Schulwesens und unserer gänzlich veränderte» socialen Lebensverhältnisse ist; und dann, daß dasjenige, was man Bildung zu nennen pflegt, in vielen Fällen doch nur in einer, in Eilfertigkeit erlangten Bielwisserei besteht. Eine ernste Unterhaltung über ein anregendes Thema mit unfern jungen Kaufleuten, welche höhere Bürgerschulen besucht haben, angeknüpft, und wenn möglich durchgeführt, würde häufig eine gegediegene Sprachbildung vermissen lassen,*) wenn ich auch gern eine Ausnahme bei talentvollen Schülern und Schülerinnen zugeben will. Noch ehe man die Grammatik kannte in dem Sinne, welchen wir damit verbinden, hat die Redekunst bei den Alten geblüht. Früher als die Sprachlehren waren die Sprachen bei allen Völkern ausgebildet und im weitesten Umfange im Gebrauch. „Die Sprache der Griechen", sagt ein vaterländischer Geschichtschreiber, „ist das Erzeugniß der vielseitigen gesellschaftlichen Verbindung, der reichsten Unter- Haltung, der lebhaftesten Einbildungskraft: —sie ist Natnrton, durch keine Schule verdorben, auf keiner Studierstube in mechanische Fesseln gezwängt." Allerdings mögen zu ihrer Veredlung Dichter uud Redner nicht wenig beigetragen haben; aber durch die Dichter und Redner ging sie wieder in das Volk über, ihre Schöpfungen wurden durch öffentliche Aufführuugeu sein geistiges Eigenthum in ebenso vielseitiger, als lieblicher Entfaltung. Nicht die grammatische Bildung des Mannes erringt die Herrschaft über die Gemüther, nein, dem rechten Wort zur rechten Zeit ist sie verliehen, das wir aufmerksam der Natur und dem Leben *) Man beachte doch nur beispielsweise die logisch und grammatisch falschen Inserate und viele Arbeiten unserer periodischen Presse, um den Glauben an die Nachhaltigkeit des seit einen: Menschenalter üblichen Sprachunterrichts zu verlieren. 3*

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