Mannheim
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  1. 1877-01-01 · III. (1877) · page 9

    Man hat die Frage nach Ursprung und Tendenz der Susanna- Schrift bisher aus Mangel an Material zur Aufklärung darüber fast ganz mit Stillschweigen übergangen. Michaelis2) hat sein weidlich Ergözen daran, die ״Historia von Susanna und Daniel…

  2. 1877-01-01 · III. (1877) · page 10

    5 ist von diesem9) und von Geiger10) eine alte halachisehe Notiz mit dem Inhalte der Susanna-Schrift in Verbindung gebracht worden, durch die manches Auffällige in derselben erklärlich und verständlich wird, wie dies auch aus den an Frankel…

  3. 1877-01-01 · III. (1877) · page 11

    …führt, sie mit dem Buche Judith verwechselt, weil dieses ebenfalls nach einer Frau seinen Namen erhalten hat12); allein Origenes und Hieronymus wissen von jüdischen Traditionen zu erzählen, die zu dem Inhalte der Susanna- Schrift eine unverkennbare…

  4. 1877-01-01 · III. (1877) · page 12

    nicht recht verständlich war. Heber die Mittheilungen, die er vön ihnen empfangen, gibt er in seinem Antwortschreiben an Africanus folgenden Bericht 16): ״Da mir diese Stelle 14) keine Ruhe liess und ich selbst oft zweifelnd bei ihr verweil…

  5. 1877-01-01 · III. (1877) · page 13

    …ie Susannageschichte überhaupt nicht verwerfen würde, auch die Namen der Aeltesten, wie sie in folgender Weise sich bei Jeremia (29, 22) finden: ״Es thue dir der Herr, wie er Sedekias und Achiab gethan, die der König von Babylon auf einem Roste ve…

  6. 1877-01-01 · III. (1877) · page 14

    …te eueren Frevel nicht **(Das. 56). Die Kunde von Susanna s Standhaftigkeit und Daniels Urteil war, wie dies die durch' Origenes erhaltenen Zeugnisse lehren, in seiner Zeit den jüdischen Schriftkundigen Palästina^ fremd, nicht so aber die von der s…

  7. 1877-01-01 · III. (1877) · page 15

    Was thaten sie in Jerusalem? Da ,waren sie Lügenpropheten. Aber auch in Babylon legten sie diese ihre Profession nicht ab und bedienten sich gegenseitig als Sündenmakler. Da kam Achab b. Kolaja zu einem der Grossen des babylonischen Reiches…

  8. 1877-01-01 · III. (1877) · page 16

    er sie: ״Habt ihr so zu meiner Frau geredet?״ und sie antworteten: ״Ja, denn Gott will von ihr Propheten abstammen lassen.״ ״Ich habe ja gehört״, fuhr er nun fort, ״dass euer Gott die Unzucht hasse, sind ja 24,000 Menschen umgekommen wegen …

  9. 1877-01-01 · III. (1877) · page 17

    … eine weitere Umgestaltung erfahren hat, denn Achab und Zidkia sind hier weder Pseudo-Propheten, wie in der an ein Wort Jeremia’s anknüpfenden Tradition, noch verläumderisehe Zeugen, wie in der Susanna-Schrift, sondern trügerische Heilkünstler, di…

  10. 1877-01-01 · III. (1877) · page 18

    13 erkennen lässt, einen noch tiefer gehenden Umbildungsprocess durchgemacht. Wie in! Buche Jeremia ,wird hier nur davon gesprochen, dass Achab und Zidkia mit jüdischen Frauen unerlaubten Umgang gepflegt haben29), bis s…

  11. 1877-01-01 · III. (1877) · page 19

    Reinheit der jüdischen Familien Platz greifen, die Nachwelt nichts davon wissen lassen, dass während des babylonischen Exils judäische Ehefrauen sich durch falsche Vorspielungen haben zur Untreue verleiten lassen; man musste die Kunde davon…

  12. 1877-01-01 · III. (1877) · page 20

    15 Lügenprophetu ein unauslöschliches Schanddenkmal gesetzt hat36), sich bei den Frauen dadurch, dass sie ihnen die Mutterschaft des Messias in Aussicht stellten, Eingang verschafft37). Solches Gerede konnte aber nur bei Judäerinnen verfang…

  13. 1877-01-01 · III. (1877) · page 21

    …halten werden könne40). s9) 2. Kön. 24, 8; in 2. Chron. 36, 9 kann die Zahl acht schon deshalb nicht richtig sein, weil Jeremia von Jojachin als von einem Manne spricht (Jer. 22, 28). Einen Versuch zur Ausgleichung der beiden Daten finden wir bere…

  14. 1877-01-01 · III. (1877) · page 22

    …er Quelle, aus der diese abrupte Notiz geflossen ist, auch eine chronologische Auseinandersetzung über die Zeit, in der Jeremia seinen Brief an die babylonischen Exulanten abgesendet hat, enthalten war. 41) In Seder Olam c. 28 wird angegeben, dass…

  15. 1877-01-01 · III. (1877) · page 23

    Beratung zusammen43) und erklärte: In unseren Tagen soll das Königshaus Davids erlöschen, von dem verheissen ist ״sein Thron soll wie die Sonne vor mir bestehen״ (Ps. 89, 37), was wollen wir thun? Wir wollen gehen und die Hoffriseurin zur F…

  16. 1877-01-01 · III. (1877) · page 24

    hielt die (nach dem Gesetze in 3. B. M. 15, 28) vargeschriebene Anzahl von Tagen ein und nahm dann ein Tauchbad.״ Es folgt dieser Erzählung noch ein Epilog, der die Moral enthält, dass das Elend auch die Gottvergessenen wieder zur Frömmigke…

  17. 1877-01-01 · III. (1877) · page 25

    Frau Joakim’s48). Joakim war der angesehenste Mann unter den Juden in Babylonien49). Eine solche Bezeichnung passt, wie man leicht einsieht, nur auf Jojachin, den ehemaligen Beherrscher des judäischen Reiches, der etwa 25 Jahre nach der Ver…

  18. 1877-01-01 · III. (1877) · page 26

    …45 xai. ravra rfj ßaGiXacog aijrcbv yav0f.1avov yvvatxl Ia)0cxaif.1, ov Gvvd'qovov 7ta7coL1qro 6 BaßvXtavlwv ß aGiXavg. Origenes (ad Afric. c. 14) versteht es auch nicht anders, als dass Jojachin hier genannt wurde. 54) Nemo igitur putet eumdem in …

  19. 1877-01-01 · III. (1877) · page 27

    Rose gesehen״ (ke-Schoschanna adumma raiti), dass man nicht anders sagen kann, als dass der Volksmund die Gemalin des gefangenen Königs nach diesem so genannt hat57). Wir wissen nun, wer die beiden Aeltesten sind, mit denen unser Apokryphon…

  20. 1877-01-01 · III. (1877) · page 28

    feindseliges Verhältnis gerieten, einmal von einem seiner Parteigänger, vielleicht einem der jungen judäischen Prinzen, die am babylonischen Hofe erzogen wurden und einen gewissen Einfluss auf Nebucadnezar hatten, bei ihm so schwarz angemal…