Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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5 ist von diesem9) und von Geiger10) eine alte halachisehe Notiz mit dem Inhalte der Susanna-Schrift in Verbindung gebracht worden, durch die manches Auffällige in derselben erklärlich und verständlich wird, wie dies auch aus den an Frankels Bemerkung sich anlehnenden Ausiuhrungen Dusehak’s 11) hervorgeht. Durch die zum Theile schon bekannten, aber für die Erklärung der Susanna-Geschichte bei Weitem noch nicht genug verwerteten talmudischmidraschischen Berichte wird der Gesichtskreis der Untersuchung über den Character derselben so sehr erhellt und so wesentlich erweitert, dass es nicht als ungerechtfertigt erscheinen kann, wenn die Fragen nach Ursprung, Inhalt, Tendenz, A bfassungszeit, Vaterland und Grundtext der Susannasehrift, von denen einige überhaupt noch nicht behandelt worden sind, von Neuem aufgenommen und mit Hülfe dieser Quellen der Versuch gemacht wird, sie ihrer Lösung entgegenzuführen. Wenn der Verfasser der Susannasehrift sich den Stoff für die darin vorgetragene Erzählung nicht selbst geschaffen, sondern ihn vielmehr irgend einer schon früher vorhanden gewesenen Volkssage entnommen hat, so liegt die Voraussetzung nahe, dass Babylonien der Schauplatz der Handlung, mit welcher er uns bekannt macht, auch das Stammland jener Sage sei. Daniel gehört nach Babylonien und so auch jede der Personen, die m diesem Buche handelnd auftreten. Lebte aber die Erzählung von Susan 11a, wenn auch in anderer Gestalt und Ausmalung, ehe sie zu schriftlicher Darstellung gelangte, im Munde des Volkes, so kann sie auch den jüdisch-palästinischen Kreisen nicht unbekannt gewesen sein, und es wäre in dem Falle, dass sie solchen ihre Entstehung oder ihre Ausbildung verdankte, fast mit Gewissheit* anzunehmen, dass dem alexandrinisehen Bearbeiter, aus dessen Hand wir sie zunächst empfangen haben, eine palästinische Quelle in Form einer Tradition oder einer Erzählungsschrift als Vorlage gedient hat. Zwar fehlt dafür, dass die Susanna-Schrift, sowie sie in den auf uns gekommenen Texten sich erhalten hat, irgend einmal auch in hebräischer oder aramäischer Sprache abgefasst war, jedes Zeugniss, ja 9) A. a. 0. u. der gerichtliche Beweis S. 199 A. ** 10) Urschrift und Uebersezungen der Bibel S. 195—197. בג) Das mosaisch-talmudische Strafrecht S. 91—95.