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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 16

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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er sie: ״Habt ihr so zu meiner Frau geredet?״ und sie antworteten: ״Ja, denn Gott will von ihr Propheten abstammen lassen.״ ״Ich habe ja gehört״, fuhr er nun fort, ״dass euer Gott die Unzucht hasse, sind ja 24,000 Menschen umgekommen wegen der Entartung Simri’s (Num. 25, 8, 9), und ihr könnt solches behaupten? Ist er etwa anderer Ansicht geworden? Ob ihr Propheten der Wahrheit oder der Lüge seid, weiss ich nicht, doch Hananja, Mischael und Asarja habe ich bereits erprobt. Sie sind, obzwar ich sieben Tage lang für sie den Feuerofen in Glut setzen liess, doch, nachdem sie in denselben hineingestürztwurden, wieder lebend und wohlbehalten herausgekommen. Für euch lasse ich ihn nur einen Tag anflammen. Wir wollen euch dann hinein werfen lassen. Bleibet ihr vom Feuer verschont, so habe ich die feste Ueberzeugung, dass ihr wahre Propheten seid, und wir wollen in Allem, was ihr saget, eueren Befehlen folgen.״ Auf ihren Einwand ״Hananja, Mischael und Asarja waren drei, wir aber sind zwei und ein Wunder kann nur an Dreien sich vollziehen״ fragte er: ״Ist noch ein Dritter eueresgleichen da? und sie antworteten ״Der Hohepriester Josua״. Sie dachten nämlich, um seinetwillen werden sie gerettet werden. Man brachte nun den Priester Josua herbei und warf ihn mit ihnen in den Ofen. Sie beide wurden von den Flammen verzehrt, der Hohepriester Josua aber blieb verschont, wie es heisst (Zach. 3, 2): ״Siehe das ist die Holzfackel, die aus dem Feuer gerettet wurde.״ Doch von Zidkia und Achab ward der Fluch hergenommen, der bei der ganzen judäischen Exilsgemeinde in Babylon mundgerecht war: ״Mache Dir Gott, wie Zidkia und Achab, die der König von Babel im Feuer verkohlen liess״ (Jer. 29, 22). Was anders hat den Frevlern den Feuertod gebracht, als dass sie Gräuelthaten und Verbrechen nachgiengen!״ Diese Erzählung, von der nur die Darstellung der Methode, mit der die beiden Verführer ihren Prophezeihungen den Schein der Unfehlbarkeit zu verleihen wussten, sich als jüngeres Ausschmückungswerk kennzeichnet23), findet sich zum Theile auch, da aber wiederum mit einer ihren eigentlichen Inhalt nicht alterirenden Erweiterung in der 33) Das mit .בא זראד beginnende und bis ליצר לך (incl.) reichende Stück, ist, wie die einleitende Anrufung an Leser beweist, eine jüngere, dem Verfasser des Tanchuma-Midrasch aber schon vorgelegene Einschaltung, bei deren Wegfall auch in dem Gefüge der Erzählung keine Lücke Zurückbleiben würde. Das darauf folgende דייו עושין בך spricht von den schon dargestellten Vor-

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