Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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hielt die (nach dem Gesetze in 3. B. M. 15, 28) vargeschriebene Anzahl von Tagen ein und nahm dann ein Tauchbad.״ Es folgt dieser Erzählung noch ein Epilog, der die Moral enthält, dass das Elend auch die Gottvergessenen wieder zur Frömmigkeit zurückführe. Eine in einem mittelalterlichen Sittenbuche47) erhaltene Version, in der der letzte Theil dieser Erzählung weiter ausgeführt wird, will noch Näheres wissen; an dem Wesen der Ueberlieferung wird dadurch nichts geändert. Genug, wir erfahren aus diesem Berichte, dass in derselben Zeit, in der Jojachin sich im Kerker befand und alle Hoffnung, dass jemals wieder ein Abkömmling David’s auf dem Throne Juda’s sitzen werde, aufgegeben werden musste, Platz für Prätendenten aller Art entstand, so dass Achab und Zidkia mit ihren Umtrieben leichtes Spiel hatten, und erfahren ferner, dass damals eine jüdische Frau in Babylonien lebte, deren Keuschheit in entscheidenden Momenten sich bewährte, und zwar war sie die Frau des gefangenen Königs. Sollten die Abenteurer nicht auch auf diese ein Auge geworfen haben? Wem anders konnte die dereinstige Thronfolge und wenigstens für jetzt die Führerschaft im Exilslande gebühren, als demjenigen, der sich zu einer Zeit, in der die Hoffnung, dass Jojachin wieder seine Freiheit erlangen werde, vollends aufgegeben war, die Neigung der früheren Königin erobert? Es lässt sich denken, dass die Königin, die noch immer derselben entgegensah, den Betrügern kein Gehör gegeben, dass sie nach einem Versuche, ihr Gewalt anzuthun, die Hilfe der herrschenden Macht gegen sie angerufen und diese schliesslich, da die von ihnen geschmiedeten Ränke entdeckt wurden, einen solchen Versuch mit dem Leben büssen mussten. Wäre es erwiesen, dass die Susanna des Apokryphons und die jüdische Königsfrau des Midrasch eine und dieselbe Person sind, dann hat Derartiges — wenigstens den vorhandenen Berichten nach — sich in Wirklichkeit ereignet. Diese Identität wird aber in der That durch beide Urkunden so deutlich bezeugt, dass sie, wenn wir deren Angaben näher betrachten, überhaupt aufhört eine Frage zu sein. Susanna war, wie die nach ihr genannte Schrift berichtet, die סוגר. בשושנים (H. L. 7, 3) in Synh. 37 a zusammen שאפילו בסוגה בשושנים לא יפרצו בהן פרצות (Tosaf. Anfangsw. כשאומרת דם בשושנה אדומה ראיתי מיד פורש :התורה). 47) Bechai b. Ascher כד הקמח v. בפורים (Ed. Warschau 43 a), vgl. auch Jalkut H, 249. 2*