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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 14

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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und bekömmt der andere zu hören: So verführet ihr mit den Töchtern Israöls, dass diese aus Furcht sich zu euch gesellten, die Tochter Juda’s aber erduldete eueren Frevel nicht **(Das. 56). Die Kunde von Susanna s Standhaftigkeit und Daniels Urteil war, wie dies die durch' Origenes erhaltenen Zeugnisse lehren, in seiner Zeit den jüdischen Schriftkundigen Palästina^ fremd, nicht so aber die von der sündhaften Lüsternheit der beiden Aeltesten. Der eine wusste sogleich die in der Susanna-Schrift nicht erwähnten Namen derselben anzugeben, der andere nebstdem noch an eine hagadische Tradition zu erinnern, die sowol von der Verluhrungskunst als auch von dem trughaften und schandbaren Treiben jener Männer ähnliche Berichte gibt, als die Susanna-Schrift. Das durchaus glaubwürdige Zeugniss des Origenes über den Bestand solcher Ueberlieferungen, durch welches allein schon erwiesen wäre, dass die Susanna-Geschichte zu einem Theil ^e wenigstens einer älteren, einen Ausspruch des Propheten Jeremias illustrirenden Yolkssage entstamme, steht aber nicht vereinzelt da. Abgesehen davon, dass Hieronymus eine allgemeine jüdische Tradition desselben Inhalts kennt 19), finden wir auch in der talmudischmidraschischen Literatur hagadische Berichte, die, wenn sie auch jene Tradition nicht in ganz adäquater Gestalt wiedergeben, dennoch im Wesentlichen dasselbe aussagen und uns mit weiteren Grundlagen und anderen Versionen der Susanna-Erzählung bekannt machen. Am Ausführlichsten wird die Geschichte von den beiden Aeltesten im Tanchuma-Midrasch20) erzählt und zwar mit folgenden Worten: ״Achab b. Kolaja und Zidkia b. Maaseja waren schon in Jerusalem Sünder, aber nicht genug das, auch als sie nach Babel in’s Exil gegangen waren, trieben sie dort ihre Sündhaftigkeit weiter. 19) Ajunt Hebraei. .. quodque propheta nunc loquitur: ״Et locuti sunt in nomine meo mendaciter, quod non mandavi eis“ (Jer. 29) illud significari putant, quod miseras mulierciüas, quae circumferuntur omni vento doctrinae, sic deceperint, quo dicerent eis: quia de tribu erant Juda, Christum de suo semine esse generandum, quae illectae cupidine praebebant corpora sua, quasi matres futurae Christi (Com. in Jerem. gegen Ende). Dass Hieronymus die Kenntniss dieser Tradition nicht von Origenes hat, geht daraus hervor, dass nach ihm die Aeltesten ihrer Vorspiegelung den Hinweis auf ihre Zugehörigkeit zum Stamme Juda unterlegen, währenddem sie nach Origenes sich auf eine göttliche Verheissung berufen. Sus. v. 56, 57. 20) Leviticus No. 6 (Ed, Stettin S. 264), vgl. Jalkut II, 309.

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