Mannheim
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  1. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 165

    Der Schlüssel. 165 terhaltung theilzunehmen, sie hatte, wie es einer guten Hausfrau ziemt, allerlei zu ordnen und allerlei Aufträge zu ertheilen. Deshalb kam sie blos ab und zu, ging bald, ohne etwas zu sagen, nur freundlich lächelnd durch …

  2. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 166

    166 Jllustr. Monatsh. für die ges. „Nein", sagte Felix, „ich möchte nur wissen, warum Sie eine Brill' tragen?" „Das ist ja alles eins, mein Kind", belehrte ihn Herr Blumenthal, „eine Brille oder ein Augenglas." „Ah so", sagte Felix, „weil m…

  3. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 167

    167 Der Schlüssel. gut auch ein Goi (Christ) sein! ein Zweifel, welcher von Berech Krupp — der, wenn man ihm seine kurze Gestalt vorwarf, meinte, es sei besser, man habe ein Stücket Fuß zu wenig als ein Stücket Kopf — damit zurückgeschlagen…

  4. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 168

    168 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judcnthums. War, um ein Verschwender zu sein, so wußte er doch sehr wohl, was sich gebührt und wann es Zeit ist, loszuschlagen. Um so mehr waren sie gespannt, den Gast von Lob Frank zu Hause…

  5. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 169

    Der Schlüssel. 169 „Scholem alechem!" Jüngere Leute! und namentlich Mädchen sagten: „Grüß Ihne Gott!" die altern 'Weiber hingegen gebrauchten die Formel: „Schön Willkumm!" Nach dem Gruß wendete sich jeder Ankommende erst an den Herrn oder d…

  6. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 170

    170 Jllustr. Monatsh. für die ges. So machten denn auch hier lechowed dem Oirech die beiden ihre Späße und Witze und versetzten die ganze Gesellschaft in die heiterste Stimmung. „Du bist heut' ganz besonders aufgeräumt", sagte der fröhliche…

  7. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 171

    Der Schlüssel. 171 sich bedanken, Herr Blumenthal", sagte Jentel Frank gegen ihren Gast gewendet. „Man kommt aus dein Lachen gar nicht heraus", sagte Herr Blumenthal, „die Herren sind wirklich sehr witzig!" „Sie werden sich aber im Theater …

  8. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 172

    172 Jllustr. Monatsh. für die gef. nuß, und Hr. Blumenthal erklärte, daß die Nationalökonomie eigentlich diejenige Wissenschaft sei, welche diese Ausgleichung am meisten anbahne, indem sie die Bestimmung des Menschen in die Arbeit und den e…

  9. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 173

    Der Schlüssel. 173 von dem geschrieben steht: «We-Jaikew isch tamm, joschev oholim» (und Jakob war ein einfältiger Mann, ein Zeltenbewohner). Es gibt zwar noch eine andere Art von «Tamm», und zwar den Tamm im gewöhnlichen Sinne, den einfält…

  10. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 174

    174 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Bonim" (vier Söhne) hineinzustellen. Mechol Pradenik behauptete, das „Pschätel" ist Werth, daß man es im „Erez Jißrol" (Palästina) sagen darf. Mittlerweile waren die Nachmittagss…

  11. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 175

    Der Schlüssel. 175 (die fünf Bücher Moses), ohne „Posseck" (die übrigen Theile-der Bibel)? Kennst du das alles answendig?" Diese Frage hätte Felix in der That in keine Verlegenheit gebracht, denn er wäre im Stande gewesen, sie zu bejahen, w…

  12. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 176

    176 Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Judenthums. Kind wird einmal Gott und die Welt ein «Naches» (Freude) haben." Felix aber hatte inzwischen eine ganze Kette von Gedanken durchflogen; deshalb wartete er die nächste Frage gar n…

  13. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 177

    Der Schlüssel. 177 menthal, welcher schon fürchtete, daß der Lehrer dem Knaben auch das Rechenbuch zum Memoriren übergeben habe. Er sollte sich aber sogleich überzeugen, daß seine Furcht in diesem Punkte ganz unbegründet war, denn mit selte…

  14. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 178

    178 Jllustr. Monatsh. für die gef. düng war gar nicht nöthig. Auch wenn der Herr Blumenthal sich anders ausgesprochen hätte, ich hätte doch nur gethan, was du willst; dein Wille ist mir genug. Nur Eins muß ich dich bitten, und dagegen wirst…

  15. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 179

    Der Schlüssel. 179 ser wußte nicht, wie er solches Schweigen deuten soll. War Felix beschwichtigt? Sind seine Zweifel gelöst, seine Fragen beantwortet? Oder sollte er durch die letzten Vorgänge in eine andere Richtung gebracht, an das Buch …

  16. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 180

    180 Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen beS Judenthums. „Du verdienst, daß man dir ins «Ponim« (Gesicht) hinein «speiben» (spucken) soll", sagte Chawele Spazierstock, „weil du mich öffentlich thust «mewajesch» (beschämen) sein; du mei…

  17. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 181

    Der Schlüssel. 181 lüg an Ermahnungen als all Gaben. Für ein armes Kind waren die letztem oft von großem Werth; für Felix waren sie nur ein Zeichen der Aufmerksamkeit; denn was hatte er es nöthig, wenn ihm Jachedel Brumerin eine Stoppleber,…

  18. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 182

    …es vorüber war, führte Gumpel das weinende Rösele nach Hause. (Fortsetzung folgt.) UuMtta.* **)) Non IN . Alois Müller. Samuel David Luzzatto ward Freitag den 22. Aug. 1800 zu Triest im ersten Stocke des Hauses Nr. 060 auf der Corsostraße geboren. Mündlicher Ue…

  19. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 183

    Luzzatto. 183 diction zu vertreiben. So ivanderte denn auch Chiskia aus und zog nach Triest. Drechsler von Profession, liebte er das Studium der hebräischen Literatur und manche seiner Mußestunden widmete er der Sprache seiner Väter. Er hat…

  20. 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 184

    184 Jllustr. MonaLZH. für die ges. Interessen des Judenthums. BW NMM MKL MM URL auch mit den ersteil 13 Abschnitten von dessen Biographie. Im Jahre 1810 trennte sich der Vater Chiskia von seiner Schwester — sie hatten früher in einem Hause …