Mannheim
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  1. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 4

    484 Gegen den Astheticismus. Bollwerks schienen so dem modern Gebildeten geborsten, die־ alte Lehre von Gott, und die Lehre vom Menschen. Aber er tröstete sich bald. Für das Alte und ITnbrauchbare wurde Ersatz geschaffen. Das religiöse Gefü…

  2. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 5

    Gegen den Astheticismus . 485 handelt, sondern um eine ganze Summe von allerlei Geistes- Strömungen, die in den verschiedensten Gebieten ihren Ursprung haben, ist jedem klar, der sich die Mühe gegeben hat, sie zu verfolgen. Gelehrte, Dichte…

  3. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 6

    486 Gegen den Ästbeticismus. ihre Resultate an eine letzte, nicht weiter auf etwas anderes zurückführbare und höchste Einheit angeknüpft hat. Das sind Worte, die jeder von uns unterschreiben wird. Wäre ja demnach der Monismus nichts anderes…

  4. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 7

    Gegen den Ästheticismns. 487 Es wäre eine reizvolle Aufgabe, diese Aufzählung zu vervollständigen und ins Einzelne gehend, bei allen Vertretern des Monismus die letzten Motive aufzudecken. Das würde aber hier zu weit führen. Wir verwahren u…

  5. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 8

    438 Gegen den Ästheticismus. ausgegossen ist. Der Zauber der Sprache und die dichterische Verklärung von Vorgängen in der Natur ist es denn auch, was dem Monismus so viele Nachbeter zuführt. Wir brauchen nur zu erinnern an Bölsche. Die Erha…

  6. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 9

    Gegen den Ästheticismus. 4B9 die Schilderung der Herrlichkeiten in der Natur und durch den Nachweis, daß die Summe aller Erscheinungen ein einziger Gedanke beherrscht. Nichts anderes aber hat der Monotheismus gelehrt, von seinen Verkündern …

  7. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 10

    490 G-egen den Ästheticismus. auch das Pflichtbewußtsein untergraben wurde. Die Autorität des Göttlichen wurde ununterbrochen als der Feind hingestellt, der sich den Fechten des Individuums entgegenstellt. Aber mögen die Ursachen auch manni…

  8. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 11

    491 Gegen den Ästheticismus. Mensch, der nicht geschunden wird, wird nicht erzogen“ wurde gründlich in sein Gegenteil verkehrt. Mehr Freiheit und Erleichterung im Lernen und im Denken wurde die Parole. Den ungeheuren Abstand zwischen der fr…

  9. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 12

    492 Gegen den Ästheticismus. so können wir — immer mit der nun mehrfach hervorgehobenen Einschränkung — sagen: Auch hier ist der Ästheticismus zu spüren, das Streben einer Zeit, das Wahre und Gute über dem Schönen zu vernachlässigen. Das le…

  10. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 13

    493 Gegen den Ästhet! cismus. Astheticismus war das im alten Sinne dieses Wortes, Hervorkehrung der Gefühlssphäre im Menschen. Aber das wollte man nicht gelten lassen, man täuschte die anderen oder auch sich selbst und gab es für ein Leben …

  11. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 14

    494 Gegen den Ästheticismus. mit aller Scheinwahrheit aufgeräumt, und unsere Ästheten in Wissenschaft und Kunst, in Ethik und Politik sind sehr kleinlaut geworden. Denn der Krieg läßt nicht nur die Kraft, er läßt auch die Wahrheit erscheine…

  12. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 15

    Gegen den Astheticismus. 49S sich nicht bewährt. Und darum bleibt auch für die Folgezeit es bestehen: Wie der einzelne Grundsätzen und Handlungen, die er angesichts des Todes für verfehlt hält, damit das Urteil gesprochen hat, so sind auch …

  13. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 16

    496 Gegen den Ästhet!eismns. zu erwerben, um es wahrhaft zu besitzen. Aber wieviel Gift ist auch in junge Seelen geträufelt worden, als s. Z. Zolas Romane für wenige Groschen auf den Markt geworfen und um des sexuellen Beiwerks willen von u…

  14. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 17

    Gegen den Ästhet!cismus. 497 Jungfrauen sollte nicht so schwer wiegen wie unser Anspruch auf die Verbreitung der Kunstwerke Zolas? IV. Diese Lehre gab uns der Krieg. Unsere junge jüdische Generation, die den Willen hat, der Väter frommen Gl…

  15. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 18

    …dringender Forschung, das Streben nach der Beantwortung des Wie und Warum kennt die Bibel nicht. Das ״Sich wundern“ des Aristoteles, das der Anfang aller Wissenschaft sein soll, ist ihr fremd. Ihr מדוע, ihr ״warum“ ist nur auf ein religiöses Problem g…

  16. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 19

    Gegen den üstheticismus. 499 ein V 01k führt die intensive Betätigung in der einen zur Verkümmerung oder zum mindesten zu einem geringeren Interesse für die anderen. Man komme uns nicht mit dem Einwand, daß die Kunst aus der Religion entsta…

  17. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 20

    500 Gegen den Ästheticismus. mud und Midrasch aufzeigen können, wir werden selbst bei anderer Gelegenheit einmal den Nachweis führen, wie stark der Sinn für das Schöne bei vielen unserer Weisen ausgeprägt war und in ihren Aussprüchen, Erzäh…

  18. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 21

    Probleme der Pentateuchexegese. 501 Probleme der Pentateuche*ege5e. Von Rektor Dr. D. Hoffmann, Berlin. IX. Die Geschickte der Menschen bis zur Sintflut (Gen. 4,1—6,4). Es ist bereits oben (I 274) mitgeteilt worden, daß nach der kritischen …

  19. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 22

    502 Probleme der Pentateuchexegese. Es ist höchst auffällig, daß. während alle הולדת-Abschnitte mit אלה ת ילדת beginnen, hier ausnahmsweise die Überschrift זה ספר תולדת lautet. Der Grund ist aber wahrscheinlich folgender: Unmittelbar vorher…

  20. 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 23

    Probleme der Pentateuchexegese. 503 bereits kurz vorher (4, 25) gegeben worden, und dieser Umstand beweist wieder die Einheit von Kap. 4 und Kap. 5, während nach den Hypothesen der Kritik Kap. 4 der Urkunde J und Kap. 5 dem P angehören soll…