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Jeschurun · 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 11 (November 1915)
Date
1915-11-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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500 Gegen den Ästheticismus. mud und Midrasch aufzeigen können, wir werden selbst bei anderer Gelegenheit einmal den Nachweis führen, wie stark der Sinn für das Schöne bei vielen unserer Weisen ausgeprägt war und in ihren Aussprüchen, Erzählungen und Handlungen sich geltend macht*), daß sie aber dem hellenistischen Schönheits- und Wahrheitsideal irgendwie im Prinzip ein Hecht einräumten, dagegen spricht alles, was wir in den Büchern der mündlichen Lehre lesen. Diese Einseitigkeit hat das Judentum gerettet. Der Stamm blieb unversehrt, wenn auch die Zweige fielen. Aber als einen Akt besonderer göttlicher Fürsorge dürfen wir es ansehen, daß die erste entscheidende Berührung zwischen Hellenismus und Judentum in die Diadochenzeit, in die Zeit des sinkenden Griechentums fiel, da die Ideale des Griechentums nicht durch einen Phidias, Plato und Sophokles und ihre Schüler verkörpert wurden. Wer weiß, ob in einer solchen Zeit der kleine Best der Treugebliebenen sich hätte behaupten können,, wer weiß ob er das stolze Selbstbewußtsein und die Kraft besessen, die Grundlagen des gesetzestreuen Judentums mit solcher Folgerichtigkeit auszubauen. Daß ihnen aber in den Griechen jener Zeit nicht die Verkünder der Ideale, sondern die Epigonen und Nachbeter, die Zweifler und Genußsüchtigen, kurz die Vertreter dessen entgegentraten, was wir heute Astheticismus nennen, das gab ihnen die unbeirrbare Sicherheit, das Bewußtsein, sie seien auf dem rechten Wege. Auch wir werden nach dem Kriege wieder jenen in unseren obigen Ausführungen geschilderten Ästheticismus bekämpfen müssen. Dann mag die Erinnerung an die Kämpfe jener lang vergangenen Zeit unsere Kräfte stählen und uns Bürgschaft sein für den endgültigen Sieg. ג) Ygl. auch I. Unna Ästhetische Gesichtspunkte im Keligionsgesetz Jeschurun I. S. 13 ff.

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