Mannheim
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187419241975
  1. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 36

    Forschen (der uns vor geistiger und sittlicher Verkommenheit behütete) ״nicht schlief und nicht schlummerte." Die neue Zeit kam und mit ihr — wer möchte nicht anerkennend darob den Herrn preisen! — zugleich neuer Segen für uns. Die Schlupfw…

  2. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 37

    37 der modernen Zeit einzubüßen. Man konnte und kann noch jetzt die Reaction von Seiten des Publikums merken, die sich ausdrückt in der Vorliebe für das Altmodische, und wenn es auch an das Lächerliche streift, für das Bizarre und Barroke, …

  3. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 38

    3» genrufen: Was da! Gemüth ist Gemüth, Herz ist Herz. Nein! Wir behaupten — und wir könnten jeden Psychologen und Ethnologen, wenn er unser Volk gründlich kennt, uns zu Hülse rusen — daß auch das jüdische Gemüth von einer eigenen Art ist. …

  4. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 39

    89 der Andacht, zur Stimmung des Gemüthes in den andern Confesfronen, zumal in der katholischen, ins Werk gesetzt wird, wissen wir. Es sind zirmeist Mittel, die direct aus Sinn und Herz einstürmen, um sie gefangen zu nehmen: sirrnbestricken…

  5. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 40

    40 weil man von Haus aus von der Fruchtlosigkeit der Ermahnung vollständig überzeugt ist? Der Geist unserer Religion ruft Dir zu: Du sollst Dich nicht der Lächerlichkeit aussetzen, Du sollst Dich nicht zu einem Prediger in der Wüste machen.…

  6. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 41

    41 Altkatholiken sich für Reden begeistern, die oft nur dogmatische Differenzen und bloße Interna der katholischen Kirche behandeln, wie sie sich da ereifern, als gälte es auch für sie, sich eine unbefleckte Empfängniß, eine Unfehlbarkeit v…

  7. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 42

    II. Bete und liereue. Wredigt am Dorabende des Dersöhnungstages 5835, gehalten in München von Rabbiner vr. Adolf Schwarz. Andächtige, vor Gott Versammelte! Friede, dieser faßlichste aller Begriffe, die unserem Denkvermögen zu Gebote stehen,…

  8. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 43

    LS über uns selbst, an ihm vergnügt sich unsere Seele, indem sie, m Gottes Nähe verweilend, Alles abstreift, was ihre göttliche Reinheit trüben könnte. Und dennoch sind wir gehoben und gebeugt zugleich; wir sind gehoben von der Weihe, von d…

  9. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 44

    44 der Mensch nicht von Brod allein lebe" und daß die auf Gott gerichtete Seele nicht immer begehren müsse, wie wollen wir uns da erklären die Worte: ״Wollet Ihr Erhörung, so begehret!" Und dennoch, m. A., haben diese scheinbar so dunklen W…

  10. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 45

    49 nem Gotte. Und fehlt es Dir an Worten, ringst Du nach Ausdrücken, um das auszusprechen, was Dein Herz bedrückt, Deine Brust beengt, so regt sich blos erst in Dir der Wunsch, Versöhnung zu erlangen, das richtige Begehren darnach ist noch …

  11. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 46

    46 Himmelsgarten der Versöhnung auch die Bevorzugten nicht eintreten? Nein, m. A., der Engel der Reue hält gar strenge Wacht, mit Donnergewalt ruft er der dicht gedrängten Schaar, die der Versöhnung harrt, aus alten besseren Tagen herübertö…

  12. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 47

    47 jene, die mit dem Psalmisten von sich sagen können: ״wer rein an Händen und lautern Herzens ist, dessen Seele nicht nach Eitlem verlangt, und der nicht schwört zum Truge, er erhält Segen vom Ewigen und Hilfe vom Gotte seines Heils," da e…

  13. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 48

    m, Schlußworte zu Neüah, gesprochen in München 5625 von Rabbiner Or. A. Schwarz. Andächtig Versammelte! Nach langer, langer Wanderung sind wir nun angelangt an dem Thore, durch welches der große und heilige Tag des Herrn seinen feierlichen …

  14. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 49

    49 l terhaus, aus welchem wir uns so lange verbannt gehalten, weil wir nicht den richtigen Weg eingeschlagen, der in die Nähe Gottes, der durch Kampf zur Versöhnung und durch Versöhnung zum Gottesfrieden führt. Nun, wir haben sie beherzigt …

  15. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 50

    50 der Thüre, schon vor der Thüre dieses Hauses lagert die Sünde, und nach Dir ist ihr Verlangen, doch Du kannst ihrer Herr werden." Ja Du kannst ihrer Herr werden, deß bist Du Dir heute bewußt geworden; nicht austilgen, sondern beherrschen…

  16. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 51

    IV. Moseh und Salomo. Uredigt am Schmini Azereth 5635, von Rabbiner V1-. R i p p n e r in Glogau. M. A! Wie ein Vater, wenn er seine Söhne für einen bestimmten Zeitraum sich zu Gaste ladet, am Schluß dieser Tage wohl das Verlangen äußert: b…

  17. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 52

    52 diese Feste seien spurlos an ihm vorübergegangen. Wie viele sind zum Feste in's Elternhaus eingekehrt und werden nunmehr von dannen ziehen, sie werden ihre Lieben nicht mehr bei sich sehen und wieder allein stehen in dem Kampfe des Leben…

  18. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 53

    m schuft unbedingter Dauer in sich tragen, und alle die widerstrebenden Stimmungen mögen wohl hin und wieder noch einmal zur Macht gelangen; aber sie werden nicht mehr so verheerend auftreten, da wir sie einmal besiegt haben. So wird uns fr…

  19. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 54

    54 zarten Sinn des Sängers mit dem kühnen Muth des Helden in sich vereinigte, der in einem bewegten Leben reiche Erfahrung und Einsicht gesammelt hatte, wurde er auferzogen in Weisheit und Gottesfurcht, wurde fein Geist geweckt und sein Her…

  20. 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 55

    55 eitel", sie mag wohl für den Inhalt dieses Fürstendaseins passen; wir glauben dieser Seele, daß sie krank und elend war, aber wir sträuben uns gegen die Zumuthung, wenn der Kranke nun auch dem Gesunden.sein Siechthum einreden will. Wie j…