Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 2 (11.1874)
- Date
- 1874-11-01
- Page
- Seite 47 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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47 jene, die mit dem Psalmisten von sich sagen können: ״wer rein an Händen und lautern Herzens ist, dessen Seele nicht nach Eitlem verlangt, und der nicht schwört zum Truge, er erhält Segen vom Ewigen und Hilfe vom Gotte seines Heils," da ertönt zum britteil Male die Stimme und rufet laut: ,ומי האיש אשר ארש אשד ״ וכוUnd wer ist, der sich eine Frau verlobt und hat sie nicht heimgeführt, der trete zurück und kehre um in sein Haus." Wer jene Keuschheitsgesetze nicht hoch und heilig gehalten, die das Judenthum Jahrtausende lang durch der Zeiten Stürme getragen und die ihm seinen Bestand auf die Dauer gewährleisten, wer den zarten Familiensinn durch den giftigen Hauch der Lüsternheit getrübt, wer die goldne Reinheit der jüdischen Ehe durch Zügellosigkeit befleckt und entweiht hat, der hat sich wohl eine Frau verlobt, keineswegs aber sie heimgeführt, und wenn er nun behaftet von seiner eigenen Schande an die Pforte der Versöhnung pocht, was anderes kann er da vernehmen als die Mahnung, heimzukehren und vorerst den Altar der ehelichen Treue zu reinigen und das reine, heilige Feuer der Gattenliebe anzufachen, dann mag er wiederkommen und Versöhnung erlangen, denn also lautet die Weisung ״Kehret um, dann kommet wieder!" — Scheu und erschreckt weichen sie Alle zurück, und selbst Jene, deren Ohr die Donnnerstimme des mahnenden Cherub nicht erreicht, sie wagen es nicht, Einlaß zu begehren, da erschallt zum letzten Male der Ruf: ״ ומי האיש הירא ורך הלבבוכדWer ist, der furchtsam und zaghaften Herzen ist, der trete zurück, und kehre um in sein Haus." Wem heute die Furcht jeden Muth genommen, wer heute zaghaft ist, weil er das ganze Jahr hindurch keine Furcht vor Gott gehabt, er trete zurück und bereue, und auch wer das ganze Jahr hindurch gottesfürchtig und empfänglichen Herzens gewesen, kehre reuig um, denn keiner ist ohne Sünde, keiner kann ohne Reue einziehen in das Gottesreich der Versöhnung. So müssen wir denn alle, m. A., den Rückzug antreten, aber tröstend klingen sie in unser Ohr die gnadenreichen Worte: ״ שובו אהיוkehret um, doch kommet wieder." Ja, kehren wir um, doch nicht von der Pforte der Versöhnung, sondern von unserem bösen Wandel, kehren wir um von den Wegen, auf denen Sünde, Begierde und Sinnenlust lauert, kehren wir um in unser jüdisches Haus, das unter dem Schutze der Religion steht, dann werden wir einkehren dürfen in unser Vaterhaus, dann werden sie sich uns öffnen die Pforten der Versöhnung, dann werden wir morgen begrüßt werden mit dem einen Worte: ״ אהיוIhr kommet wieder!" Amen.