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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 45

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
2 (11.1874)
Date
1874-11-01
Page
Seite 45 (sequence 15)
Language
German
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49 nem Gotte. Und fehlt es Dir an Worten, ringst Du nach Ausdrücken, um das auszusprechen, was Dein Herz bedrückt, Deine Brust beengt, so regt sich blos erst in Dir der Wunsch, Versöhnung zu erlangen, das richtige Begehren darnach ist noch lange, lange nicht vorhanden. Wie machen wir es bemt, m. A., wenn wir einen unserer Nebenmenschen beleidigt, wenn wir einen Freund verletzt und es erkannt haben, daß wir ihm Unrecht gethan, werden wir ihn blos unfern Wunsch merken lassen, das Geschehene wieder gut zu machen werden wir ihm blos aus halbem Wege entgegenkommen, oder werden wir nicht vielmehr hingehen zu ihm und ihm mit klaren, unzweideutigen Worten sagen: Freund verzeih mir, ich begehre, ich verlange Deine Verzeihung! Und Gott, der doch wahrlich auch unser Freund ist, Gott soll blos in unseren Herzen lesen, ihm wollten wir nicht sagen: 0 מוח נא verzeih, doch! — Einst, m. A., fragte Kaiser Antonin den R. Jehuda, warum wir Juden nicht zu jeder Stunde beten dürfen, und da erhielt er die Antwort שלא ינהג קלות ראש בגבורה ״damit der Mensch nicht leichtfertig, nicht unehrerbietig vor Gott hintrete", damit wir immer wissen, vor wem wir stehen und zu wem wir beten, — wer aber, m. A., in dieser Stunde, wer am Jom Kippur sich seinem Schöpfer nicht nähert, wer heute nicht betet, der hat keine Ehrfurcht, der hat keine Demuth vor seinem Gotte. Darum, Israeliten, wollen wir einkehren in uns, daß unser verstocktes Herz sich demüthige, darum wollen wir Versöhnung begehren, darum wollen wir sie fordern von dem Gotte der Verzeihung, darum wollen wir mit Moses beten ״ ם לדו נאverzeih doch!"; dann werden wir Erhörung finden, dann werden wir es in unserer eigenen Brust vernehmen das Gnadenwort: ״ סלחתי כדבריךich verzeihe nach Deinen Worten." n. ״ שבו אתיוKehret um und kommet wieder!" Das Verlangen nach Versöhnung, m. A., es lebt so mächtig in unserer Brust, daß wir nicht umhin können, sie mit jenen demuthsvollen Worten von Gott zu begehren, die unsere alten ehrwürdigen Gebete uns aus die Lippen legen. In Demuth vernehmen wie den Ruf des über das Gebet gesetzten Cherub's, in Ehrfurcht flehen wir zu unserem Gotte, und erwartungsvoll stehen wir nun vor der Pforte der Versöhnung und harren des Augenblickes, da diese Pforte sich öffnen soll aber wieder vernehmen wir eine Stimme, wieder ertönt uns der Ruf eines Cherub's, der Ruf des über die Reue, über chie תשובת gesetzten Engels, und dieser Ruf lautet ״ שובו אתיוkehret um und und kommet wieder." Wie, m. A., gilt dieses abweisende Wort der ganzen Gemeinde Jakob's? läßt das flammende Schwert vor dem

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