Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 2 (11.1874)
- Date
- 1874-11-01
- Page
- Seite 48 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m, Schlußworte zu Neüah, gesprochen in München 5625 von Rabbiner Or. A. Schwarz. Andächtig Versammelte! Nach langer, langer Wanderung sind wir nun angelangt an dem Thore, durch welches der große und heilige Tag des Herrn seinen feierlichen Einzug gehalten; nach vollendetem Tageswerke stehen wir wieder an der Pforte der Versöhnung, vor der wir beim Anbruch des gestrigen Abends sehnsuchtsvoll des Augenblickes geharrt, da es uns gestattet sein sollte, in das Friedensgebiet göttlicher Verheißung einzuziehen. Aber jene Engel, die uns anstatt einzutreten, umzukehren und wiederzukommen geheißen, die über das Gebet und über die Reue gesetzten Engel, sie halten jetzt die Pforte der Versöhnung weit, weit geöffnet, sie möchten, wenn es in ihrer Macht stände, den Tag verlängern, auf daß auch Jene, die eine weite, weite Strecke zurücklegen müssen, bis sie zu ihrem Gotte gelangen, noch einziehen könnten durch dieses Thor, das dem Ewigen gehört, sie möchten die Sonne in ihrer Bahn hemmen, auf daß sie Keinem untergehe, der heute nicht bei Gott geweilt, der seine Herrlichkeit nicht von Angesicht zu Angesicht geschaut. Und uns, die wir den ganzen Tag über hier vor Gott geweilt, uns entläßt jetzt das Cherubimpaar nicht mit zweifacher Weisung, nicht mit gedoppelter Mahnung, sondern mit gleichlautendem Gruß, mit dem Gruße: שבו אתיו ״kehret heim, und kommet wieder!" Wie ganz anders klingen, m. A., diese Worte jetzt, wie stärkend und kräftigend wirken sie auf unser nach innen gekehrtes Herz, wie erfrischend und belebend auf unsere von Gott erfüllte Seele! Gestern sollten wir umkehren in unser Haus, weil wir nicht vorbereitet, wenigstens nicht vom Hause aus vorbereitet waren, von Gott in Gnaden ausgenommen zu werden, weil wir nur so im Vorbeigehen eintreten wollten in das alte Va-