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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 40

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
2 (11.1874)
Date
1874-11-01
Page
Seite 40 (sequence 10)
Language
German
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40 weil man von Haus aus von der Fruchtlosigkeit der Ermahnung vollständig überzeugt ist? Der Geist unserer Religion ruft Dir zu: Du sollst Dich nicht der Lächerlichkeit aussetzen, Du sollst Dich nicht zu einem Prediger in der Wüste machen. Es ist eine Sünde gegen Religion, lautet ein Ausspruch der Alten, wenn in ihrem Namen nlit vollem Bewußtsein vergeblich gepredigt wird. ״Wie Dil verpflichtet bist, da zu ermahnen, wo Erfolg zu erwarten ist, so bist Du verpflichtet zu schweigen, wo Dein Wort kein Gehör finden wird?)" Von Allem, was Du sprichst, nmßt D u wenigstens glauben, erwarten oder hoffen, daß es auf fruchtbaren Boden fallen werde. — Wir werden aber auch, entsprechend den oben geäußerten Gedanken, unsere Ermahnungen so einrichten imb gestalten, daß sie wirksamer werden, sie nicht blos einschränken, sondern auch einkleiden, wir werden auch hier mehr indirect verfahren. Denn ich meine, die beste Ermahnung und Zurechtweisung ist diejenige, die da entspringt aus der zwingenden Logik der entwickelten Gedanken, aus der ergreifenden Macht der von uns entrollten Bilder, wir ermahnen am erfolgreichsten, wenn wir den zu Ermahnenden dazu bringen, daß er sich selber ein memento zuruft, daß er sich selber ermahnt und zurechtweist. Wenn wir ihm den rechten Spiegel Vorhalten und ihm zeigen, wie er ist, dann sagen wir ihm auch schon nachdrücklich, wie er sein soll. Wenn wir aufzeigen die Weisheit und die Tiefe, das Licht- und Segensvolle unserer Religion, wenn mir mit dem rechten warmen Ton und Colorit zeichnen den poetischen Zauber und Reiz, der ausgegossen ist über unsere Sitten und Bräuche; zeigen, was wir ihnen zu verdanken haben, was durch sie unser Volk und unser Familienleben geworden ist, dann ermahnen wir damit recht eindringlich: Hüte Dich vor einer Mißachtung dieser Sitten und Bräuche. Und welch' weiter Spielraum für solche Ermahnungen wird der jüdischen Predigt gerade durch die Gegenwart im engsten Sinne des Wortes eröffnet, die Gegenwart, die uns bei der Besprechung der Predigt im Allgemeinen vorgeschwebt hat. Gewaltig fluthet jetzt die religiöse Bewegung; ihre Wogen dringen überall in Haus und Tempel, in Parlamente und Lehrsäle. Unser Volk steht dieser Bewegung nicht fremd und gleichgültig gegenüber. Ja, es gewährt einen eigenthümlichen, oft geradezu komischen Anblick, wenn n:an sieht, mit welchem lebhaften, thätigen Interesse viele unserer Brüder diese Bewegung verfolgen, wie sie trotz der eifrigsten כשם שמצוה על אדם לומר דבר הנשמע כך מצוה על (■ (.65 אדם שלא לומר דבר שאינו נשמע ר' אבא אומר חובה

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