Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 2 (11.1874)
- Date
- 1874-11-01
- Page
- Seite 49 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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49 l terhaus, aus welchem wir uns so lange verbannt gehalten, weil wir nicht den richtigen Weg eingeschlagen, der in die Nähe Gottes, der durch Kampf zur Versöhnung und durch Versöhnung zum Gottesfrieden führt. Nun, wir haben sie beherzigt die zur Rückkehr mahnenden Worte, wir haben sie heute nochmals durchwandert die lange und gekrümmte Bahn, auf welcher Sünde an Sünde, Jrrthum an Jrrthum sich reiht, wir sind zurückgekehrt bis zu der Grenze, wo die Sünde ihren Anfang nimmt, wir haben unserer Sündhaftigkeit einen Damm gesetzt, denn unsere Körper haben wir geschwächt und unsere Seele gekräftigt, und sie hat sich gebeugt und gedemüthigt vor Gott. O, wir haben gar lange pilgern müssen, wir sind matt und entkräftet von der anstrengenden Wänderung, mit schlotternden Beinen, mit zitternden Händen, mit bebenden Gliedern haben wir sie endlich erreicht die Gnadenpforte unseres Vaterhauses, und dieses Vaterhaus, es hat uns unsere Unschuld, unfere Freiheit wiedergegeben, es hat unserer Seele Himmelskraft gereicht, es hat unfern Geist mit Gottesodem getränkt, es hat uns paradiesische Wonne, himmlisches Entzücken gewährt. Doch die Zeit drängt, wir können nicht mehr lange weilen, der alternde Tag wirft bereits seine langen Scha.ten in die erleuchteten Räume und winkt uns zum Abschied, zum Aufbruch, schon säuseln uns die Lüfte Abendgrüße zu, und wonnetrunken und freudenentzückt vernehmen wir die inhaltsreichen zwei Worte שבו אתיו kehret heim, und kommet wieder. Kommet wieder so, wie ihr jetzt heimkehret, also, m. A., ruft uns der scheidende Versöhnungstag zu, kommet wieder, rein von Sünden und Fehlern, kommet wieder mit reinen Händen, mir lauterm Herzen, mit gotterfüllter Seele, kommet in Frieden wieder, wie ihr heute mit Frieden heimkehret. Ja, wir gehen freudig und gehoben nach Hause, denn wir tragen den Gottesfrieden in und mit uns, wir haben abgeschüttelt das Joch der Sünde, wir haben gebrochen die Fessel der Leidenschaft und sie weit, weit von uns geschleudert, wir sind nicht mehr Sklaven der Begierde und der Sinnenlust, und darum hat auch Gott das Urtheil über uns gefällt: לא 'אדונים ״ לאלה ישובו איש לביתו בשלוםdiese dienen keinem fremden Herrn, diese sind nicht ihre eigenen und nicht Anderer Sklaven, mögen sie, jeder Einzelne von Frieden begleitet, in ihr Haus zurückgehen. (1Kön.22,17.) Glaubet Ihr aber, m. A, daß Ihr auch dieses Kleinod bewahren werdet, wenn Ihr nicht mit offenen Augen, mit offenem Herzen, mit offenem Sinn darüber wachet. So Ihr dieses Haus verlaffet, lauert schon ein Feind auf Euch, um Euch eures Schatzes zu berauben, um Euch die Zehrung zu entreißen, die Euer himmlischer Vater Euch wieder auf den Lebensweg mitgegeben ״ לפתח חטאת רובץdraußen vor Israelitisches Predigt-Magazin. November 1874. \