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134 Dr. Richard Karpe: Sigmund Freud entdeckt das Kind »Die Universität, die ich 1873 bezog, brachte mir zunächst einige fühlbare Enttäuschungen. Vor allem …
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SIGMUND FREUD ENTDECKT DAS KIND 135 Freud führt hiefür eigene Träume an und ist dadurch gezwungen, biographisches Material aus seinem…
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136 DR. RICHARD KARPE zieren gegangen, schön gekleidet mit einer neuen Pelzmütze auf dem Kopfe. Da kommt ein Christ daher, haut mir mit einem Schlage die Mütze in den Kot und ruft dahei: Jud, herunter vom Trottoir! ,Und was hast Du getan?' …
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SIGMUND FREUD ENTDECKT DAS KIND 137 richtet selbst in der Selbstdarstellung von einem Irrtum, in den er geriet, bevor er die Allgemeingültigkeit des Ödipuskomplexes erkannte. In den Analysen reproduzierten die Patienten und vor allem die Pa…
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138 DR. RICHARD KARPE Theorie der Öffentlichkeit mit, und die antwortet darauf, daß sie am Gelehrtentisch erdacht, einer lehhaften Phantasie entsprungen sei, und glauht, daß auch all die Beweise, die Freud vorlegt, nur zurechtgestutzt seien…
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139 Slimarya Levin: Mottje die Bohne Schon ehe ich Chederknabe wurde — ich glaube von drei Jahren an — verging kein Tag, ohne daß ich regelmäßig zum frühen Morgen-, zum Nachmittag- und zum Abendgebet in die Synagoge ging. Entweder ging ich …
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140 SHMARYA LEVIN hatte nicht einmal die Andacht begonnen. Wir hatten noch keine fünf Minuten gespielt und bis zu den Responsen war es noch weit hin, da erschien plötzlich lautlos, wie aus der Erde gewachsen, in seinen Betschal gehüllt und …
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MOTTJE DIE BOHNE 141 auf ihn wälzen? Kurz, die Ungerechtigkeit, die mein Rebbe begangen hatte, war in Wirklichkeit groß, und je mehr ich darüber brütete, desto größer wurde sie, so daß sie, als ich die Synagoge verließ, zu einem Berg, einem…
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142 SHMARYA LEVIN Sie war die letzte und höchste Berufungsinstanz. Nach meinem ersten Mißerfolg mit meinem Vater war ich meiner Sache nicht mehr so sicher. Und jetzt erlebte ich erst die wahre Enttäuschung, denn meine Mutter, meine eigene M…
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PRIVATERZIEHUNG UND SELBSTSTUDIUM 143 V.: 0 ja, er war auch vor hundert Jahren da. I.: Also ist Gott vielleicht schon tausend Jahre alt? V.: Behüte! Gott war ewig. L: Aber er hat doch einmal geboren werden müssen! V.: Närrchen, nein! Er war…
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144 SALOMON MAIMON (wovon das erste erlaubt, das andere aber eine Todsünde ist)? Ob das Schlachten eines Viehes am Halse oder am Schwänze …
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Ein jugendlicher Hirt in Ben Schemen JUGEND IN DER LANDWIRTSCHAFT
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PRIVATERZIEHUNG UND SELBSTSTUDIUM 145 abgeben mußte und kein anderes Buch in die Hand nehmen durfte, so bestimmte ich die Abende zu meinen astronomischen Betrachtungen. Nachdem also die Großmutter zu Bette gegangen war, steckte ich mir fris…
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146 MAX BROD Mein Vater, der zwar ein guter Rabbiner war, aber kein sonderliches Talent zu Wissenschaften hatte, konnte nicht alles …
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DES VATERS BÜCHERSCHRANK 147 fort: »Was willst du also?« Und nun mußte man rasch auf das gewünschte Buch hindeuten, hckarn es sofort, hatte sich aber auch damit zu begnügen. Denn der Kasten wurde sofort wieder abgesperrt. Es war schlimm, we…
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148 MAX BROD rasch wieder abschloß. Der ganze Vorgang spielte sich unter Scherzen, nicht etwa in grauem Ernst ab; ein Willen wurde u…
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…damals zum erstenmal vor meinem Kinderblick als ungeheure Verheißung unseres eigenen jüdischen Landes aufgetaucht sind. Max Brod: Aus Franz Kafkas Kindertagen Das Folgende ist die erste Veröffentlichung aus der Biographie Franz Kafkas, die Max Brod…
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150 MAX BROD bernack aufgelegt, — ein Kind, das viel las und nicht turnen wollte, — letzteres steht in Gegensatz zu Kafkas späterem …
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AUS FRANZ KAFKAS KINDERTAGEN 151 liehen »Brief an den Vater«. Man kann diese Arbeit kaum mehr einen Brief nennen, sie ist ein kleines Buch, aber keines, das jetzt veröffentlieht werden kann, — dabei gewiß eines der merkwürdigsten und bei al…
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152 MAX BROD chenheit. »Du hattest Dich allein durch eigene Kraft so hoch hinaufgearbeitet, infolgedessen hattest Du unbeschränktes …