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Jüdischer Almanach · 1938-01-01 · 5698 (1937-1938) · p. Seite 144

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5698 (1937-1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 144 (sequence 156)
Language
German
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144 SALOMON MAIMON (wovon das erste erlaubt, das andere aber eine Todsünde ist)? Ob das Schlachten eines Viehes am Halse oder am Schwänze verrichtet werden soll? Ob der Hohepriester das Hemd und nachher die Hosen oder umgekehrt angezogen hat? Wenn der Jawam (der Bruder des kinderlos Verstorbenen, der nach den Gesetzen seine hinterlassene Witwe beiraten muß) vom Dach herunterfiele und im Kot stecken bliebe, ob er damit sich seiner Pflichten entledigt habe oder nicht? Ohe iam satis est! Man vergleiche, sage ich, diese herrlichen Gerichte, die man der Jugend auftischt und bis zum Ekel aufdringt, mit Geschichte, wo natürliche Begebenheiten auf eine lehrreiche und angenehme Art vorgetragen werden, mit Kenntnis des Weltbaues, wodurch die Aussichten in der Natur erweitert und das große Ganze in ein wohlgeordnetes System gebracht wird u. dgl., so wird man wahrhaftig meine Wahl hierin rechtfertigen. Die vorzüglichsten darunter waren: eine hebräische Chronik (unter dem Titel: Zemach David, von einem gescheiten Oberrabbiner in Prag, namens Rabbi David Gans abgefaßt, der auch der Verfasser des astronomischen Buches ist, wovon in der Folge gesprochen wird, und der die Ehre hatte, mit Tycho Brahe bekannt zu sein, und mit ihrn auf dem Observatorium zu Kopenhagen astronomische Beobachtungen anzustellen); ein Josephus, der, wie man aus gewissen Gründen beweisen kann, untergeschoben ist; eine Geschichte der Verfolgung der Juden in Spanien und Portugal, und was midi am stärksten an sich zog, ein astronomisches Buch. Hier eröffnete sich mir eine neue Welt, ich machte mich also mit dem größten Fleiße darüber. Man denke sich ein Kind von ungefähr sieben Jahren, das noch nie von den ersten Elementen der Mathematik etwas gesehen oder gehört hat, dem ein astronomisches Buch in den Wurf kommt und seine Aufmerksamkeit auf sich zieht, worüber ihm aber niemand Anweisung geben kann (meinem Vater durfte ich meine Begierde danach nicht wissen lassen, und ohne dem war dieser selbst nicht imstande, mir hierüber Auskunft zu geben); wie muß dieses seinen nach Wissenschaften schmachtenden Geist nicht entflammt haben! Dieses zeigt auch der Erfolg. Da ich noch ein Kind war, und die Betten in meines Vaters Hause sehr rar waren, so war es mir erlaubt, mit meiner alten Großmutter (deren Bett in gedachter Studierstube stand) in einem Bette zu schlafen. Und da ich den Tag über bloß mit dem Studium des Talmuds mi(b

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