Mannheim
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  1. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 288

    fernt ist, dann werden diejenigen Länder, welche bisher die Unterscheidung noch nicht aufgegeben haben (eine Anzahl hat dies bereits getan), sich bald ebenfalls anschließen. Es wird davon gesprochen, daß „die sonderbarsten Gerüchte über die…

  2. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 289

    Ich konnte 1912/13 die Liste der Namen und Photographien der Berliner Polizei einsehen, die eine weit größere Anzahl von Mädchenhändlern (wirkliche oder verdächtige) aufwies als 1929, und niemand würde wünschen, daß die Zahl dieser Händler …

  3. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 290

    wirtschaftliche und soziale Bedingungen die Haupt-, ja fast die alleinige Ursache der Prostitution sind, gibt er sein Allheilmittel an, nämlich: „die Lebensnotwendigkeiten für jedermann zu sichern". Glaubt er wirklich, dies würde dies Uebel…

  4. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 291

    nis, aufs ausdrücklichste festzustellen, daß genügend jüdische Beteiligung besteht, um es für Juden zu einer gebieterischen Forderung zu machen, aufs schärfste dafür zu kämpfen, ihn auszurotten. Kein antisemitischer Aufruf an das „Proletari…

  5. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 292

    und in denen Mädchen und Frauen Rettung und Hilfe zuteil wurde. Neue Berichte, die einzelne Fälle betreffen, haben wir aus Mexiko, Frankreich, Spanien und Portugal, aus Ungarn usw. erhalten. Unsere Gesellschaft in London erhält alle diese B…

  6. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 293

    II Paula Ollendorff, Breslau, 2. Vorsitzende d. Jüdischen Frauenbundes Zum Aufsatz von Dr. Max Kreuzberger (über das Problem des internatio…

  7. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 294

    …tnot zu gehen haben? Ein kleiner Hoffnungsstrahl ist es, daß als Folge jahrzehntelanger Bemühungen — vor dem Kriege von Bertha Pappenheim begonnen — die Zustände allmählich anfangen, sich zu bessern. Es gibt noch keine genauen Zahlen darüber, wie viele Mädc…

  8. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 295

    gezeichneten und instruktiven Darlegungen von Dr. Max Kreutzberger in Heft 4 dieser Zeitschrift zu widersprechen, sondern nur, um zum Problem einige ergänzende Bemerkungen soziologischer und psychologischer Art zu machen. Es ist ja eine woh…

  9. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 296

    Lockungen des Verbrechers Gehör geschenkt hatte, ist einem traurigen Los entgangen." „Soweit die Zeitungsnotiz! Und der tatsächliche Vorgang? In Altona war eine gewisse B., eine altgediente Hure, wegen Gewerbsunzucht verhaftet worden. Schwä…

  10. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 297

    Er kennt die Fabrik, aus der dieser Rohstoff kommt, die große Fabrik: das Elend. Es ist immer leichter, sich an die augenfälligen Erscheinungen zu halten. Wenn man vom Mädchenhandel spricht, sagt man: Ach! die Männer, die die Frauen verschl…

  11. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 298

    Polizei beseitigbaren, aber real relativ unwichtigen Tatbestand, um dein eigentlichen Problem auszuweichen und sein Gewissen zu befriedigen. Man möchte gerne gegen die Prostitution etwas tun, und da man gegen sie nichts Wesentliches tun kan…

  12. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 299

    Die Phantasie vom verkauften Mädchen gehört ganz in den oben genannten Phantasiekomplex hinein und davon zu sprechen und darüber nachzusinnen, ist für viele Menschen ebenso lustvoll, wie die Lektüre gewisser Schauermärchen, deren Reiz sich …

  13. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 300

    seinem. Unbewußten noch mit sich herumträgt und die dann zum Vorschein kommen, wenn er auf Personen und Gruppen stößt, die eine Ersatzfigur, eine imago, des Vaters für ihn darstellen. Da bricht beim einen die Liebe und Achtung, die er dem V…

  14. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 301

    bestehenden Gesellschafts- und Wirtschaftssystem unlösbar verbundene Erscheinung und ihre isolierte moralische Bekämpfung nutzlos. Aber die Auffassung, daß die Prostitution nur als Ausfluß der wirtschaftlichen Situation vieler Frauen anzuse…

  15. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 302

    die Prostituierte kann ja in hohem Maße ihre Zeigelust, ihre exhibitionistischen Strebungen befriedigen. Ebenso aber auch können die entgegengesetzten Triebregungen, wie sie als Perversion beim sogen. „Voyeur" auftreten, also eine gesteiger…

  16. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 303

    elementaren Lebensbedürfnisse hinausreicht, die Möglichkeit gibt, gewisse Triebregungen, von denen einige oben als für die Prostitution charakteristisch dargestellt wurden, zu sublimieren. Aller Luxus, Reisen, schöne Kleider, das gesellscha…

  17. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 304

    „kurz vor Redaktionschluß", völlig überrascht, zum ersten Male etwas von einer grundsätzlichen Stellungnahme zu dem in Frage stehenden Problem erfahren, die der ihrigen völlig entgegengesetzt ist. Tatsächlich ist mein Aufsatz aber nichts an…

  18. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 305

    … von Hannah Karminski hat sich nun ein weiterer angeschlossen. Auch die 2. Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, Frau Paula Ollendorff, glaubt, gegen meine Auffassung „protestieren" zu müssen. Es gilt hier das gleiche, was ich bereits oben ausführte: geg…

  19. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 306

    …können, den Helfer und nicht den zu Helfenden zu beruhigen und zu entlasten. Als Wesensmerkmal des Mädchenhandels sieht Paula Ollendorff mit Anna Pappritz „jede gewerbsmäßige Zuführung einer weiblichen Person 306

  20. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 307

    …Es scheint mir aber notwendig zu sein, mich ausdrücklich mit aller Entschiedenheit gegen die Darstellung zu wenden, die Paula Ollendorff von dem ostjüdiscken Milieu im Zusammenhang mit den Fragen des Mädchenhandels gibt. Was sie hierzu ausführt, wird meine…