Mannheim
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  1. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 308

    4 Die Ausführungen von Dr. Erich Fromm zur „Psychologie des Mädchenhandels" sind die psychologische Kehrseite dessen, was ich mehr auf juristischer und ökonom…

  2. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 309

    Daß der religiöse Führer früher einmal auch das körperliche und materielle Leben der Volksgesamtheit bestimmte, muß ohne weiteres als richtig angenommen werden. Denn der Rabbiner war ja auch der Richter, dem die Gesamtheit der Lebensfunktio…

  3. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 310

    gesehen werden. Selbst in den lokalen Organisationen der alten religiöscharitativen Bruderschaften, den Chewras, sah man ungern den Rabbiner an der Spitze, und ich weiß, daß mancher von ihnen gedacht hat: besser so. Der Rabbiner steht meist…

  4. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 311

    das Herz der Menschen zu erobern und warm zu halten, er sucht die materielle Hilfe hineinzulegen in die lautere Schale der Gesinnung. Und dies, dem materiellen System der Hilfe das Herz und die Gesinnung wach zu halten, ist wohl nicht gerin…

  5. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 312

    Verhältnisse und der sozialgcsetzlichen Bestimmungen nocli nicht den sozialen Rabbiner schaffen, dessen Wirksamkeit, erhoben über das Handwerkliche des sozialen Mechanismus, auf d,cm eigenartigen Grunde der Erhebung durch das Wort und den G…

  6. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 313

    …tgofühl soll bemerkbar werden. Ich wüßte keinen besseren Platz, an dem der soziale Rabbiner stehen könnte. II Prof. Dr. Erich Stern In ihrem Aufsatz „Die sozialen Aufgaben des Rabbiners" klagt Siddy Wronsky mit Recht darüber, daß „die Rabbiner, die he…

  7. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 314

    einen jungen Menschen zur Wahl des Rabbinerberufes bestimmen? Zweifellos sind sie verschiedener Natur. Für viele ist der Wunsch der Eltern, die Tradition des Hauses bestimmend; damit verbindet sich meist das Motiv der Religiosität. Ganz in …

  8. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 315

    weil den Inhalt der Berufsausübung eine Form der persönlichen Dienstleistung für andere Menschen bildet. In diese Gruppe gehören ganz verschiedene Berufe, so der Beruf des Arztes, des Erziehers, des Jugendpflegers, und in diese Gruppe von B…

  9. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 316

    …enügend sein läßt. Unter dem Fehlen oder der schwachen Ausprägung des seelsorgerischen Motivs leidet nicht nur das, was Siddy Wronsky treffend die sozialen Aufgaben des Rabbiners bezeichnet — im wesentlichen also seine aktive Teilnahme an allen fürsorge…

  10. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 317

    …genkomplexes vgl. die Aufsätze in Heft 1/2 der Zeitschrift „Jüdische Arbeits- und WanderfUrsorge" Jahrgang III, von Dr. Felix Goldmann und mir: „Rabbiner und soziale Arbeit". 317

  11. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 318

    Diskussion seit Geigers Zeiten nicht fortgeführt worden ist. Es mag vielleicht noch tiefer liegen. Vielleicht spricht sich hier— gesehen an einem winzigen Ausschnitt jüdischer Arbeit — die Krisis der Theologie überhaupt aus und vielleicht i…

  12. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 319

    nicht nur eine von Juden und für jüdische Menschen geschaffene freiwillige Wohlfahrtsverpflichtung, sondern — zieht man die Parallele zu den beiden übrigen konfessionellen Fürsorgeversuchen — eine jüdisch fundierte, das heißt das Judentum u…

  13. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 320

    Die heutige jüdische Wohlfahrtspflege unterscheidet sich sehr wesentlich von der christlichen dadurch, daß eine solche religiöse Zielsetzung fehlt oder jedenfalls nicht klar ausgesprochen und durchgeführt ist. Man könnte sagen: darin eben s…

  14. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 321

    Arbeit, die religiös fundiert und die alles, was sie leistet, als Mizwah leistet. Heute scheint es mir eine wesentliche Aufgabe der Seelsorge zu sein, die Grenzen klar zu erkennen und dieste Grenzen zu bejahen. Es gibt eine große theoretisc…

  15. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 322

    die wirtschaftlich oder sonstwie unzureichend versorgt sind, gegen einen mäßigen Pflegesatz Aufnahme finden können. Allerdings wird sich Wolzig bei dieser Kategorie möglichst auf solche Jungen beschränken, die einen Beruf ergreifen, den sie…

  16. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 323

    Fachausbildung: Staatlich anerkannte Wohlfahrtsschule 31, Akademie für soziale Berufsarbeit 1, akademisches Studium 10, keine Ausbildung, nur lange Praxis 23. Staatliche Anerkennung als Wohlfahrtspflegerin besitzen: 27, Anerkennung schwebt …

  17. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 324

    b) Ziffernmäßige Angaben des Gehalts, kombiniert mit Dienstjahren (Gesamtdienstjahre in sozialer Berufsarbeit): 100 bis 150 RM. monatlich bezieht 1 bei 2 Dienstjahren; 151 bis 200 RM. monatl. beziehen 5, und zwar 2 bei 2 Dienstjahren, 2 bei…

  18. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 325

    lung angemeldet, dagegen wurde in den letzten Monaten keine offene Stelle zur Besetzung angeboten. Zieht man in Betracht, daß wir zur Zeit überhaupt höchstens 85 Stellen in ganz Deutschland für Berufskräftc zur Verfügung haben, so ist die Z…

  19. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 326

    nicht groß. Die Angst, daß durch sie die ehrenamtliche Arbeit ausgeschaltet würde, ist völlig überflüssig. Die jüdischen Sozialbeamten sind stets von Organisationen der freien W.-Pfl. angestellt. Sie beeinflussen die Arbeit entscheidend, ab…

  20. 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 327

    der Berufsarbeiterin hat, daß sie sich in die Einzelheiten vertiefen und all die kleinen Sorgen mittragen kann, die zu erfassen die Fürsorgerin aus Zeitmangel nicht fähig ist. Sie darf ihr ganzes Interesse auf ©inen Fall konzentrieren und k…