Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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197 dies interessanter und erhebender als alle die Pracht, womit das Christenthum hier prangt, welches in ganz Italien ein wahres Heidenthum ist. Es wird sich an mir das Sprichwort bewähren, „in Rom gewesen, und den Papst nicht gesehen". Es ist mir bis jetzt nicht gelungen, ihn zu sehen, und ich werde mich auch weiter nicht darum bemühen. . . . 35. An die Schwester Charlotte Danziger in Grünberg. Rom, 27. November 1840. Theuerste Schwester!... Die in Deinem Schreiben besprochenen Punkte sind nun verjährt; ich habe seit der Zeit in mehreren Briefen den Lauf und den Ausgang unserer Geschäfte in Aegypten mitgetheilt, und habe auch zu erkennen gegeben, wie wenig ich mit allem, was geschehen ist, zufrieden bin. Es hat nicht an meinem guten Willen gefehlt, wenn nicht mehr geschehen ist, und die beiden Häupter der Mission haben es allein zu verantworten. Du wunderst Dich, daß ich nicht neben diesen Männern in den Zeitungen genannt war, aber ich habe es von Anfang an gesagt, daß ich Herrn Cremieux blo§ als Orientalist begleitete. Auch Herr Montefiore war noch von zwei anderen Personen begleitet; wir dienten der Sache mit Rath und That, aber als officielle Abgeordnete wurden bloß jene beiden Herren betrachtet, und die Sache litt schon zu sehr durch die unter ihnen stattfindende Eifersucht, als daß wir Andere uns noch durch persönliche Eitelkeit hätten geltend machen dürfen. Uebrigens erwähnt man in den Zeitungen nur die, welche gern erwähnt werden wollen, und es selbst veranstalten, und ich lege zu wenig.Werth darauf, als daß ich einen Schritt oder einen Federzug dafür thun wollte. Es gewährt mir mehr Befriedigung etwas zu wirken, und so habe ich denn auch bei der Gründung der Schule von Kairo, deren erste Idee mir angehört, mich auf das Wirken beschränkt, und das Ausposaunen in den Zeitungen Herrn Crsmieux überlassen, welcher der Schule sogar seinen Namen gab. Doch scheint nach meiner Abreise der Schulvorstand es gefühlt zu haben, daß mir wenigstens einige Anerkennung gebührte; denn in Malta erhielt ich ein Schreiben aus Kairo vom Präsidenten der Schulcommission, welcher mir im Namen sämtlicher Mitglieder anzeigt, daß mir in der nach meiner Abreise gehaltenen Sitzung das Prädicat eines „ursprünglichen Protectvrs der Schule von Kairo" beigelegt worden, und ich von ihnen aus Erkenntlichkeit gebeten werde, diesen Titel anzunehmen. — Ich weiß bis jetzt nicht, ob Herr Crsmieux etwas von meiner Mitwirkung in den Journalen hat verlauten lassen, was mir übrigens ganz gleichgültig ist. Wenn