Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Maskir
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 204 (sequence 1)
- Language
- German
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m Novelle von; Utfräitimv. „Wie theier is Ihre Gerste?" „Am Jontef hob' ich ka Geschäft." „Gott wie nobel." „Psst — Psft —" der Tempeldiener suchte das Gespräch zu dämpfen. Der Frager, ein rothhaariger, junger Mann mit Hellem Schnurrbart im glattrasirten Gesicht zuckte die Achseln und blickte gelangweilt zur Frauengalerie empor, damit Niemand merke, daß die Zurechtweisung ihm gelte. Das Vorlesen der Thora wollte kein Ende nehmen. — Acht Abschnitte. — Zu jedem wurde ein Mann aufgerufen, der sich für diese Ehrung, die chm ein Freund „gekauft" hatte, durch Spenden an den Armenfond und an die anderen Wohlthätigkeitseinrichtungen der Gemeinde erkenntlich zeigen wollte. Langweilig, langweilig, diese endlosen hebräischen Formeln, „die Mischeberachs",die solche Schenkungen begleiteten, die immer zu Ehren einer oder mehrerer Personen angewiesen werden. Der Rothhaarige blickte ostentativ zur Frauengalerie empor. Rechts oben stand Fanny Rochhauser, ein brünettes üppiges Mädchen, neben chrer Mutter, und blickte neugierig herunter. Er nickte leise. Sie bemerkte es und lächelte. „Schade," dachte er, „daß sie keine Zehntausend hat! Die gefiele mir." Sein Nachbar, den er um den Preis seiner Gerste geftagt hatte, ein ältlicher Mann. mit etwas ungepflegtem, vollem Bart, hatte inzwischen einige Male dem Tempel-