Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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202 42. An die Schwester. Paris, den 4. Dezember 1858 (Abends). Theuerste Schwester! Ich habe gestern Abend gegen 5 Uhr meine Ernennung zum Mitgliede der Akademie, welche eben erfolgt war, sogleich durch den Telegraphen nach Breslau berichtet und hoffe, daß Dir diese glückliche Neuigkeit sogleich wird mitgetheilt worden sein. Ich wollte es nicht wagen eine Depesche nach Grünberg zu schicken, welches außerhalb der telegraphischen Linie liegt. Ich kann mir denken, welche Freude Und welches Aufsehen die Nachricht bei Euch erregt haben wird. Ich kann Dir für heute nur diese wenigen Zeilen zukommen lassen, da ich sie noch schnell Sonnabend Abend vor Abgang der Post dictire. .... 43. An die Schwester. Paris, den 29. Dezember 1858. Theuerste Schwester! Du hast hoffentlich die wenigen Zeilen erhallen, durch welche ich Dir direkt und etwas ausführlicher als der Telegraph die Nachricht von meiner Ernennung mittheilen wollte, bevor sie die Zeitungen Dir überbrächten. Seit der Zeit haben alle deutschen Blätter mehr als genug über meine Wahl gesprochen. Auch habe ich vor mehr als 14 Tagen, unsrem Samuel mehrere nähere Umstände mitgetheilt, die wenigstens zuverlässiger sind als manche Zeitungsberichte. Es ist dies also jetzt ein altes Thema, worauf ich jetzt nicht mehr zurückzukommen brauche. Nur will ich Dir nochmals direkt meinen innigsten Dank für Deine schwesterlichen Glückwünsche ausdrücken, welche mir Dein liebes Schreiben vom 4. dieses Wonatsj überbracht hat. Die mir gewordene Auszeichnung ist mir dadurch doppelt werth, daß sie Dich und alle die Unsrigen so sehr beglückt hat, und indem ich Eure Freude sehe, bin ich wahrhaft glücklich, daß es mir nach so harten Prüfungen noch gelungen ist. Euch eine so große Befriedigung zu bereiten. Ich bin den 17. dieses sMonatsj installirt worden, und habe nun schon zweien Sitzungen beigewohnt. An den Arbeiten der Akademie werde ich freilich keinen sehr großen Antheil nehmen können, da mir in meiner Lage schon meine persönlichen Arbeiten voll auf zu thun geben. Doch werde ich mein Möglichstes thun, und vielleicht noch mehr leisten, als man von mir erwartet, da die Akademie hauptsächlich nur zur Absicht hatte, meine vergangenen Bestrebungen durch die mir erwiesene Auszeichnung zu belohnen.