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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 200

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 200 (sequence 53)
Language
German
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200 später vielleicht noch hundert Thater mehr. Hingegen aber bin ich mit der Bibliothek fortwährend im Kriege, indem meine Vorgesetzten ihren Versprechungen nicht Nachkommen, und ich, nachdem ich wichtige Dienste geleistet habe, noch immer für meine Rechte kämpfen muß. ... 38. An die Schwester. Paris, den 15. November 1844. Theuerste Schwester!.Meine eigene Lage ist nichts weniger als glänzend; ich erwerbe zwar das Nöthige, aber nur durch die größte Anstrengung und die Anwendung einer jeden Minute. -— Die Stelle in der Bibliothek habe ich behalten, da mir eine ordentliche Bestallung zu Theil geworden ist, die mir mehr Ansprüche auf Avancement giebt. Ich erhalte jetzt 1200 Franken jährlich; dafür muß ich aber jeden Tag fünf Stunden in der Bibliothek zubringen, was keine geringe Last für mich ist. Ich muß der Zukunft dieses Opfer bringen; für den Augenblick aber muß ich mich sehr dabei anstrengen, denn meine beiden Aemter bringen mir kaum die Hälfte meiner Bedürfnisse ein, und ich must mich noch viel mit Unterricht und andern Privätarbeiten beschäftigen, was meiner litterarischen Thätigkeit sehr hinderlich ist, . . > 39. An die Schwester. Paris, den 3. September 1850. Theuerste Schwester! .... Ich habe aus Deinem Schreiben vom 23. Juli ersehen, daß eine Aeußerung in meinem vorigen Briefe, in Betreff meiner Augen Dich sehr bekümmert hat. Ich will Dir daher den wahren Zustand nicht verhehlen, der freilich arg genug ist, aber doch der Art, dah bei gehöriger Schonung, nicht Schlimmeres zu befürchten ist. Mein Zustand ist im Ganzen noch ungefähr so wie er bei Louis Anwesenheit in Paris war. Das rechte Auge hatte bereits damals alle Sehkraft verloren, und das linke wurde und wird noch jetzt von Zeit zu Zeit, besonders des Abends oder bei trübem Wetter von einem Nebel umhüllt, der manchmal so stark wird, daß es mir unmöglich ist, allein zu gehen; daher sagte ich Dir, daß es mir in meinem jetzigen Zustande materiell unmöglich wäre, allein zu reisen, da. ich, wenn jener Nebel eintritt, eines Führers bedarf. Der Schlaf stellt mich immer wieder her, und daher find es denn die Morgen-

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