Mannheim
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  1. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 43

    KAISER, CHÄMBERLAIN 4i CHÄMBERLAIN Es handelt fich nicht um den verftorbenen englifch*mammo* niftifchen Minifter Jofef, der feinerzeit im Unterhaufe fo mitleidig von dem Elend der jüdifdien Auswanderer fprach, fondern um Houfton Stewart. De…

  2. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 44

    42 KAISER, CHAMBERLAIN Lenbach porträtierte »große Germane« für ein Gefidht machen würde, wenn er einen beliebigen Jahrgang beifpielsweife der Monats* fchrift »Der Jude« zu lefen bekäme.) Man lieht: alles in allem eine würdige Fortfetzung u…

  3. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 45

    ............^.........^.........._ kMser. -c^.............- feinen Adern, glücklicherweife auch durch eine Urgroßmütter währ*- fcheinlich £twas fkandinavifdies. Hauptbeweis dafür: Frau Fanny" v, Änrep, auf Schloß Ringen bei Dorpat, rief bei…

  4. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 46

    … zur Verbreitung des Buches in Sdiulen und Volks* bibliotheken. — Die folgenden Werke find natürlich ebenfo groß. Sein »Immanuel Kant?« »Wer in dem Verfaffer diefes Buches den tiefen, geißvollen Denker nicht erkennt und bewundert, der weiß wohl felbß ka…

  5. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 47

    …n. Noch \or nicht fehr langer Zeit machte Chamberlain in der Oeffentlichkeit viel von (ich reden durch feine Affäre mit Lujo Brentano, der ihm für feine »wiffenfihaftliche« Entdeckung »fyrilchen« Blutes in der Familie Brentano und die daraus alsbald gef…

  6. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 48

    46 KAISER, CHAMBERLAIN Wir empfehlen, y.. SArocders Buch, daß fich übrigens jeden ^mtifemitilchen Angriffs, ja jeder Erwähnung der Juden enthält, im .Zufammenhange mit den Chamberlainfdien Werken zu lefen. Nicht ,nur, weil uns Leben und Gei…

  7. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 49

    D. D.. ERINNERUNGEN 47 ERINNERUNGEN Ein junger Freund drängt midi, etwas über meine Entwick* lung aufzufch reiben. Goethe lagt, Jeder folle über (ich fchreiben, der im Stande fei, etwas über fich auszufagen. Aber gerade dies weiß idi nicht.…

  8. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 50

    48 D. D., ERINNERUNGEN man geängfiigt an, ihn zu fudhen und fand ihn im Krankenhaufe der Gemeinae, die Kranken wartend. »Ich habe gewußt», fagte er, »daß Ihr folche Narren feid und glaubt, Gott zu dienen, wenn Ihr alle in Schul läuft und di…

  9. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 51

    D. D., ERINNERUNGEN 49 mich und für meine Schweiler hinterließ. Wenn fie am Jomtow in Schul ging, im fchwarz feidenen Kleid, weißen Crepe de Chine** Tuch, reich weiß geftidrt und mit Franfen, die weiße »Blonden«* haube auf dem Kopf, fah fie…

  10. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 52

    50 D. D.. ERINNERUNGEN die ihr, wie fie fagte, unverletzlich waren, weil fo viele gute und kluge Menlchen, klüger und beffer als fie, daran feßgehalten und jedes Opfer dafür gebracht hatten. Wenn die Familie zu^ den Feiertagen nicht nach de…

  11. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 53

    p. D., ERINNERUNGEN 51 Feße fchön und würdig zu feiern und wo auch im Namen der Religion kleine Opfer und Entbehrungen gefordert wurden. Beides ein großer pädagogilcher Wert. Auch der unbedingte Refpekt vor 4en Eltern und älteren Menfdien, …

  12. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 54

    52 D. D., ERINNER UNGEN durch, daß er die jüdifdien Schülerinnen, die ihm durch ihr lebhaftes Eingehen auf feine Ideen, ihr rafdies Begreifen, befonders lieb waren, an ihre Abßammung mahnte und fich bemühte, ihren Stolz auf ihre alte Kultur…

  13. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 55

    Z>, D., ERINNER UNGEN 53 Volk« kennen lernen, für das Volk arbeiten. Ich wagte dies nur tropfenweis meinen Eltern beizubringen, teilte alfo nur meinen Plan mit, das Lehrerinnenexamen zu machen, und fchon dies er« regte den Widerfpruch meine…

  14. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 56

    54 D. D„ ERINNERUNGEN Schule verlaffen hatte, gab es in unferer geliebten Luifenfihule einen antifemitifchen Krach, ausgehend von einem alten Lehrer, den wir als ziemlich harmlos in den oberen Klaffen über die Schulter an^ gefehen hatten. D…

  15. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 57

    D. D„ ERINNERUNGEN 55 Ich war 27 Jahre alt, als idi heiratete.- Ich hatte mir einen beßimmten Ideenkreis zu eigen gemacht, an den ich glaubte, und in dem idi mich wohl fühlte. Es war-ungefähr der des Humanismus, fo wie ihn Goethe darstellt,…

  16. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 58

    56 D. A, ERINNERUNGEN nostra vita« fand audi ich meinen Führer aus dem dunkeln Walde, Daß er ein Jude war, verßärkte mein Vertrauen und meine Sympathie. Diefes innere Erleben verßärkte meine Liebe zum Judentum. Ich hatte nie aufgehört, in d…

  17. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 59

    AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN 57 erß angewöhnen und den andern abtrotzen muß, fondern das von Natur und Gefchichte gewollte, durdi Erkenntnis zum Perfönlidien gewordene, — Audi diefe Ideenwelt war fo allmählich in mich eingedrungen, daß es m…

  18. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 60

    58 AÜ5 DEN JUGENDORGANISATIONEN Beratungen zu einem erheblichen Teil fidi um Fragen drehten, die ohne genaue Kenntnis unferes inneren Kartelllebens, der vorher „geführten internen Debatten, von Außenfiehenden in ihrer Tragweite nicht fo gan…

  19. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 61

    AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN 59 Saufideal jemals in unferem Kreife feine Orgien hat feiern können.. Jeder, der uns auch nur etwas kannte,- weiß dies. Wir hatten manche Formen übernommen, weil wir es als unzweckmäßig anfahen, una außerhalb d…

  20. 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 62

    60 AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN Gemeinfdiaft konzipiert hatte, die alte Form als ftarr und ihrem unbedingt paläßinenfifih gerichteten Zionismus hinderlich. Wenn man -die Stimmungen in Schlagworten verdeutlichen wollte, könnte man fagen: die…