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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 45

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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............^.........^.........._ kMser. -c^.............- feinen Adern, glücklicherweife auch durch eine Urgroßmütter währ*- fcheinlich £twas fkandinavifdies. Hauptbeweis dafür: Frau Fanny" v, Änrep, auf Schloß Ringen bei Dorpat, rief beim Anblick feines Bildes begeiftert aus : »Der Mann fieht ja garnicht wie'eiri Eng*- länder aus! Ich würde weit eher meinen, er zeige fkandinavifchetr Typus.« Da er die Mutter früh verlor, wurde er in Versailles bei weiblichen Verwandten erzogen, fpäterhin in der franzölifchen" Sdhweiz auch durch deutfche Lehrer. Es läßt fich zur Beruhigung wahrhaft deutfcher Männer unzweifelhaft nachweifen, daß er feit, feinem 15, Lebensjahre überhaupt kein Heim mehr in England be^ feffen hat. Später überfiedelt er, nach mancherlei Fahrten und Reifen, nadi Wien, wo er lieh 1908 zum zweiten Male, diesmal mit Eva Wagner, des Meißers jüngßer Tochter, verheiratet, fchließlich nach Bayreuth. Krankheiten und Nervenztifammenbrüche frören die Jugend des großen Germanen und zwingen ihn, von einer wilTenfchaftlidien Karriere im engeren Sinne Abfiand zu nehmen. Sogar Selbftmordgedanken lind ihm lange Zeit hindurch riieht fremd gewefen.' Bei einem Juden wären das vielleicht Dekadenzerfcheinungen gewefen. Bei ihm ift es herrlidlfe Fügung des Schicfcfals, das ihn fo dazu zwingt, außerhalb wilfenfchaftlicher Kaften der erfte wahre Schriftßeller Deutfchlands in höherem Sinne zu werden, wie es in dem mammonifiiTdien England etwa der Schotte Carlyle gewefen iß. Nadi feinen eigenen Worteft iß es ihm gleich, ob er englifch, franzöfifdi oder deutfeh zu fchreifen habe. Bei einem Juden wäre das wurzellofe, unedelraffifchem Blute ent^ fpringende, unvölkifdie Angleichungsfähigkeit. Bei ihm läßtes, »den; Schluß auf eine ungewöhnliche Begabung zur Selbftentäußerung zu,« <Ernß v. Wolzogen hat's felbfi getagt.) Schließlich fchreibt er aber doch in deutfcher Sprache, und immer leidenfehaftlicher verwirft er England und liebt er Deutfeh* land. »Das Leben des Deutfchen iß ein ganz anderes als das von anderen Menfchen,- in ihm hat das Selbfibewußtfein, das Gefühf feiner Würde den Höhepunkt erreicht/ er ift zu gleicher Zeit der Dichter und praktifche Organifator, der Denker und Tuer, der Mamn des Friedens par excellence und der beße Soldat, der Zweifler und der Einzige, der imfiande iß, wirklich zu glauben.« (Brief 1876). Schon in der frühen Jugend hat er einß ausgerufen: »Ich wollte meinen Ijnken Arm hergeben, wenn ich als Deutfcher geboren fein könnte!« Nach genauerer Forfchung der Chamberlain^ Philologie hat er eigentlich damals nur von der »linken Hand« ge~ fprochen. Aber das paßt nicht ganz, für fpäter nämlich: »SeltfamT Er hat ihn wirklich verloren, feinen linken Arm, wenigßens fo gut wie verloren. Er iß ihm fchwach und lahm geworden, faß unbrauchbar. Ich erfchrak, als idi auf einem Spaziergange in Gafiein, auf der Höhe der Helenenburg, wahrnahm, wie Chamberlain fich vergeblich damit abquälte, feinen Überzieher anzuziehen. Ich mußte ihm beifpringen, er konnte es ohne Hilfe nicht zußandebringen. Sieht es nicht faß fo aus, als habe eine höhere, ernfi waltende Macht den begeifterten Knaben beim Worte genommen, als er zu «*«•.

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