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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 59

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 59)
Language
German
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AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN 57 erß angewöhnen und den andern abtrotzen muß, fondern das von Natur und Gefchichte gewollte, durdi Erkenntnis zum Perfönlidien gewordene, — Audi diefe Ideenwelt war fo allmählich in mich eingedrungen, daß es mir nicht möglich iß, anzugeben, wie und. wann ich mir bewußt wurde, Zionißin zu fein. Bedenke ich mein- Leben, fo erfcheint mir die Entwicklung eine konfequente, der Zionismus das natürliche Ergebnis. — Ein Brief von mir, den ich im Nachlaß meines Sohnes gestanden, gibt mir felbß Auffchluß über meinen Schritt »von Hu^ manität zu Nationalität«. Am wefentlichfien ift für mich folgendes: Die Ueberwindung des öden Egoismus, der den Egoißen fo unglücklich macht, feinen Wert entwertet, duj^i die unangreifbare Zugehörigkeit zu einer Gefamtheit iß gewiß ein hohes Ziel. Und vielleicht, ja gewiß iß dafür die Familie zu eng, die Menfchheit zu weit. Der fchöne Traum der Humanität ift eben ein Traum geblieben. D. £L AUS DEN IUGBMDORGANISATIONEN DER I. KARTELLTAG DES K. J. V. Einen leidlichen, etwas anfihaulichen Bericht über die erfie Tagung des K. J. V. der OefFentlichkeit zu geben, ift fchwer, wenn nicht unmöglich. Wahrlich nicht deshalb, weil wir den Schleier des Geheimnifles über unfere Beratungen und geißigen Kämpfe zu ziehen wünlchen und in törichter Manier nach bewährten Vorbildern nur von: »Einigkeit und Begeifierung« zu erzählen uns verpflichtet fühlen. Es weiß jeder, und es iß deutlich an diefer Stelle in dem Artikel über das K. J. V. <Jahrg. I, Heft 4 5, S. 222 ff.) ausgefprochen worden,, daß es innerhalb des Kartells Kämpfe gibt, daß diefe mit Leidenfihaft ausgetragen werden, da es um Dinge geht, die uns in tieffier Seele bewegen, und daß eine Uniformierung der Geifier, eine ßumpfe Einheitlichkeit uns Tod, weil Erfiarrung, bedeuten würde. Zionismus iß Bewegung, ewiges Ringen mit neuen Inhalten und Suchen nach adäquaten Formen, und den tiefßen Sinn unferes Bundes fehen wir darin, daß wir unaufhörlich miteinander unfere Ideen ausfechten, uns aneinander reiben und uns fomit gemeinfam entwidteln. Gerade auf diefer Tagung war man fich einig, daß wir die OefFentlichkeit weit mehr als früher an unferem inneren Leben Anteil nehmen lalTen und den letzten Refi des Geheimbündlerilchen ab* ßreifen follen. Alfo nicht eine zu wahrende Diskretion iß es, die einen Bericht fo fdiwer macht Vielmehr einzig der Umfiand, daßbei diefer erfien Zufammenkunft nach fünf Jahren der Trennung die.

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