Mannheim
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19261929
  1. 1929-01-01 · Heft 2 · page 97

    sie sich durch Formenreihen, durch Ubergangsformen, durch das zeichnerische Bild des Stammbaumes mehr belletristisch als ernsthaft veranschaulichen; das hat bisher sogar die fachwissenschaftliche Forschung selbst ausschließlich getan. Aber …

  2. 1929-01-01 · Heft 2 · page 98

    schließlich übriggeblieben sei wie eine Art Verdünnung der Erbmasse. Das wäre äußerlich und höchst oberflächlich. Denn das Werden der Natur ist kein quantitativer Prozeß und das Werden des Menschen keine Subtraktion; so wenig wie eine Addit…

  3. 1929-01-01 · Heft 2 · page 99

    liehe Tatsachen, bringt, wie schon anderwärts einmal ausgesprochen, nun auch die innere, die sinnvolle Versöhnung und gegenseitige Abklärung zwischen einem religiösen Urwissen und einer aus anderen Quellen der Ehrlichkeit fließenden Naturfo…

  4. 1929-01-01 · Heft 2 · page 100

    JOSEPH WITTIG „LASS DEN MOND AM HIMMEL STEHN!" Ich habe schon einmal davon erzählt, aber ich weiß nun noch mehr davon: Als der Herrgott vor drei Jahren so stark am Lenkseil meines Gefährtes griff, daß beinahe der ganze Wagen umgestürzt wäre…

  5. 1929-01-01 · Heft 2 · page 101

    zu suchen, und als wir im Gebüsch unsere Madonna fanden, das liebliche, wenn auch sehr zerstörte Schnitzwerk eines alten Meisters, das jetzt, neu hergestellt, unser Haus schmückt. Das habe ich ja auch schon erzählt, daß es eine sogenannte I…

  6. 1929-01-01 · Heft 2 · page 102

    Gespenst, das an der Wand erscheint. Und noch mehr: Auch die Sterne gehören zum vollen Bilde eines Menschen. Und auch die Sonne, und auch der Mond. Ja. auch der Mond! Jetzt denkt vielleicht mancher, ich wolle die moderne These vertreten, da…

  7. 1929-01-01 · Heft 2 · page 103

    Ich kam damals von der Universität, wo ich die kalendarischen Berechnungen, vor allem die einzelnen Zeitrechnungen, die Osterfestberechnungen, den Sinn des Sonntagsbuchstaben, der Goldenen Zahl, der Epakten studiert hatte, um alte Urkunden …

  8. 1929-01-01 · Heft 2 · page 104

    Männer und Frauen sind, hätten von einem solchen frommen, kirchlichkatholischen Leben gleich gesagt: „Wir wissen, was noch fehlt: Alle diese sieben heiligen Sakramente müssen erst eingetaucht werden in den Krug des Geistes. Das Fleisch nutz…

  9. 1929-01-01 · Heft 2 · page 105

    ben und Tun hatte nur den Erfolg, daß sie mich aus der Kirche hinausgeworfen haben. Ich denke halt, wir haben beim Entwickeln unserer Aufnahmen vielleicht aus der ersten Flasche gar nichts oder zu wenig c? r* dazu getan. Wir haben den erste…

  10. 1929-01-01 · Heft 2 · page 106

    verschleiert werden kann, ein tiefes Mißtrauen gegen das, was der Schöpfer gemacht hat. gegen den ganzen Inhalt des ersten Gnadenkruges. Die Theologen nennen zwar einen Teil der geschaffenen Wirklichkeiten Gottes auch noch ..Gnaden", aber v…

  11. 1929-01-01 · Heft 2 · page 107

    das Gebet, weil es mich immer wieder daran erinnerte, daß die Christenheit im Vertrauen auf das Blut Jesu Christi und auf die Gnade des Vaters einig sei — ausgenommen natürlich die Jesuiten, die aber letzten Endes auch nichts anderes haben,…

  12. 1929-01-01 · Heft 2 · page 108

    den und vertrauenden Bitten plötzlich darauf kam, daß der Mond am Ende während der Nacht vom Himmel fallen könnte und daß man Gott bitten müßte, ihn am Himmel stehen zu lassen. Und weil der alte Schluß trotz einiger poetischen Schönheit doc…

  13. 1929-01-01 · Heft 2 · page 109

    des aufzuweisen, den sie im Unterschied von dem heutigen Monde den Tertiärmond nennen. Diese Forscher glauben beobachten zu können, daß sich der Mond nicht in geschlossenen und stabilen Kreisen, sondern in Spiralen um die Erde bewegt. Auf d…

  14. 1929-01-01 · Heft 2 · page 110

    …aue; ich will ihm ja immer eine ganz liebe und stille Welt sein!44 Luise Hensel hat die heißen Werbungen ihres Freundes Clemens Brentano mit aller Entschiedenheit abgewiesen. Die Geschichtsforscher mühen sich vergeblich, den tiefsten Grund dieses Verhalten…

  15. 1929-01-01 · Heft 2 · page 111

    gebet in der liebenswürdigen Gestalt der kindliehen Bitte: „Laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn!44 Das wäre an sich bloß eine hübsche Beobachtung und ein nettes Spiel des Zufalls, daß die Verse einer stillen Dichterin we…

  16. 1929-01-01 · Heft 2 · page 112

    er alles daher. Und auf diesem Wege und mit dieser Sprache sprach Gott mit ihm. nicht in ein paar hörbaren Lauten, sondern mit den Bewegungen seiner ganzen Schöpfung. Deutlicher vielleicht und dringender als zu Luise Hensel, aber in keiner …

  17. 1929-01-01 · Heft 2 · page 113

    Reihe der Päpste reichen wird his in die Zeit, in der nur noch der Kern des Mondes übrig ist und in der sich alles wiederholt, was bei der Zertrümmerung des vorigen Mondes geschah: Erdbeben, Sintflut, Feuerbrand, unendliche Not und Untergan…

  18. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 250

    LUDWIG STRAUSS DER MENSCH UND DIE DICHTUNG 1 Kunstschaffen und Kunstempfangen gelten als so verteilt, daß das erste durchaus dem Künst…

  19. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 251

    in Frankreich berichtet aus der Zeit jenes Feldzugs ein eigenes Gesprächswort über die Farbenlehre: „Denn es ging mir mit diesen Entwicklungen natürlicher Phänomene wie mit Gedichten: ich machte sie nicht, sondern sie machten mich." Das Wor…

  20. 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 252

    den an, das nicht besser benannt werden kann, als es (im Gespräch) Buber benannt hat: ein Empfinden von „Richtigkeit", Richtigkeit des Worts, der Folge von Worten, des Rhythmus und der Folge von Rhythmen im Ganzen des W erks. Eine Richtigke…