Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 3 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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ben und Tun hatte nur den Erfolg, daß sie mich aus der Kirche hinausgeworfen haben. Ich denke halt, wir haben beim Entwickeln unserer Aufnahmen vielleicht aus der ersten Flasche gar nichts oder zu wenig c? r* dazu getan. Wir haben den ersten Gnadenkrug Gottes, die sieben Schöpfungstage, als allzu selbstverständlich vorausgesetzt, haben das, was Gott an diesen sieben Tagen in unendlicher Güte für uns erschaffen und getan hat, als „bloß natürlich44 in unserem Unterricht eben nur genannt und auswendig lernen lassen, haben alles bloß Natürliche sogar mit einer gewissen Verächtlichkeit behandelt, haben seinen gegenwärtigen Zustand 7 o r* oft bespöttelt, haben uns sogar vor den Kindern und auch vor den großen Leuten geschämt, daß wir selbst auf so natürliche Weise zur \\ elt gekommen sind. Das alles haben wir getan, um mit desto größerer Kraft die Menschen aus dem Bereich des bloßen Geschaffenseins, des täglichen Daseins, in den Bereich der Erlösung und der Heiligung zu ziehen. I ml 7 o r? h nun haben wir zu weit gezogen; wir haben die Wurzeln gelockert oder den Stamm unten abgeschnitten. Ach die armen Birkenbäumlein, die zu Fronleichnam in die Kirche gebracht werden! Alle müssen sterben schon nach wenigen Tagen, auch wenn man alte Konservenbüchsen mit frischem Wasser darunter setzt! Das wird nie anders werden, solange die Kirche so bleiben muß, wie sie ist. Die weltliche Schule ist der Versuch einer Gegenwirkung. Sie will wieder alles machen mit dem ersten Krug und kümmert sieh wenig darum, wenn die beiden anderen Krüge umgestoßen oder verachtet werden. Jeder Photograph könnte verstehen, daß da nur ein Negativ herauskommen kann. Seitdem Christus auf die W elt gekommen ist, gibt es keine Welt ohne Christus mehr; er ist in sie eingegangen wie eine Farbe, die man aus der Wäsche nicht mehr herauskriegt, ein Blutstropfen Rottes, der da unaustilgbar bleibt. Und wenn man etwas macht oder einrichtet, ohne ihn oder gegen ihn und dabei sagt: „Das ist weltlieh**, so ist das nicht echt weltlich, sondern künstlich weltlich. Aber der erste Krug muß wieder zu Ehren kommen. .Nein, ein anderes Wort: Geehrt worden ist der Krug wohl immer, seitdem Marzions Irrlehre, die Schöpfung sei nicht ein W erk des Vaters Jesu, des gütigen Gottes, sondern einer unguten himmlischen Kraft, durch die Wachsamkeit der ersten Christenheit 7aischanden gemacht worden ist. Aber es blieb eine Kluft von Marzion her, die durch keine Ehre überbrückt oder 241