Mannheim
Compact Memory
1,405 pages · page 50Sort: oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
486
19261929
  1. 1929-01-01 · Heft 1 · page 13

    antwortete ihm und sprach: ,Fürchtet wohl Job Gott ganz selbstlos? Hast du nicht ihn und sein Haus und alle seine Habe ringsum mit einem Walle umgeben? Hast du nicht die Werke seiner Hände gesegnet, und hat sein Besitztum nicht zugenommen i…

  2. 1929-01-01 · Heft 1 · page 14

    Nichts gelten sie. Nur der Geist gilt. Der herrliche Lichtträger, der geschichtlich nachweisbar ausgegangen ist aus der gläubig gewordenen Erde, ist aufgestiegen zum Himmel und hat seinen Thron über die Sterne gesetzt. Ihm dient alles, ihm …

  3. 1929-01-01 · Heft 1 · page 15

    RUDOLF EHRENBERG ÜBER DAS DOGMA Alles Denken geschieht in Worten, was nicht aussprechbar ist, das ist nicht wahr, es gibt keine Wahrheit die nicht aussprechbar wäre. Die Sprache in ihrer Allheit ist die Verheißung zu jeder, aber auch jeder …

  4. 1929-01-01 · Heft 1 · page 16

    mein Inneres. Daß ich es jetzt, gerade jetzt sagen kann, nicht vorher und nicht nachher, das macht es zur Wahrheit, zur Vollendung einer Lebenswirklichkeit, zur gelebten Wahrheit. — Daß alle Wahrheit aussprechbar sei, oder mit anderen Worte…

  5. 1929-01-01 · Heft 1 · page 17

    etwas, das seine Wirklichkeit im Bereiche des Menschenmöglichen auswählend aktualisiert. Auf die Erkenntnis gewendet bedeutet diese Ansicht«, daß es keine andre Erkenntnis der Wahrheit gibt als in der gelebten Bestimmung des Menschen zur Wa…

  6. 1929-01-01 · Heft 1 · page 18

    Lebensformen aus den Wesensgesetzen des Lebens abzuleiten, so wenig ist der Versuch erfolggebend, aus der Artung der menschlichen Seele die Gestaltungen des Geistes zu erschließen, das Dogma ist keine Schöpfung der menschlichen Seele. - Gib…

  7. 1929-01-01 · Heft 1 · page 19

    kennzeichnet die aktuelle Lebendigkeit einer Epoche des individuellen wie des gesamten Lebens, aber in dieser Kurve ist dem Leben wesentlich nur, daß es ein Steigen ist, Herrschaftsanslieg wird sie allein dadurch, daß Welt Beherrschbarkeit …

  8. 1929-01-01 · Heft 1 · page 20

    Was ist das Dogma? Das Dogma ist die menschliche Formulierung einer Selbstoffenbarung Gottes, die nur dem Glaubenden verständlich ist - so antworten die einen. Das Dogma ist eine Ausgeburt der Einbildungskraft des Menschen, mit der er sich …

  9. 1929-01-01 · Heft 1 · page 21

    beiden großen Versuche mißlingen, als das, was sie sein sollen, grade darin, daß sie scheinbar zur Vollendung gelangen, daß sie auch ein natürliches Ewigkeitsgleichnis der stehenden Zeit werden. Das Gesetz Israels durchwaltet das ganze Lebe…

  10. 1929-01-01 · Heft 1 · page 22

    nicht gemeint der Irrtum eines einzelnen Denkers über ein Dogma, das wäre nur das Mißverstehen eines Dogmas und prinzipiell belanglos. Der dogmatische Irrtum ist ein echtes und wahres Dogma, zu dem der Glaube gelangen mußte, weil er dorthin…

  11. 1929-01-01 · Heft 1 · page 23

    Wenn ein Dogma als dogmatischer Irrtum erwiesen ist, so ist an diesem Teile Glaube zu Aberglauben geworden. Wer heute noch glaubt, der Schöpfungsbericht sei wörtlichzunehmende Tatbestandsschilderung, der ist abergläubisch. Aber der Ubergang…

  12. 1929-01-01 · Heft 1 · page 24

    Es war gesagt worden, das Dogma als Glaubensgegenstand sei das sich erfüllende Gestaltungsschicksal der gläubigen Seele, seinem Inhalte nach aber ist es Aussage über außermenschlich Seiendes, über Gott und Welt. Wie vereinigt sich das? Nur …

  13. 1929-01-01 · Heft 1 · page 25

    türliche im Gestaltwandel des geschöpflichen Lebens offenbart, und für Religionen wie Einzelseelen gibt es so etwas wie ein biogenetisches Grundgesetz, wie eine Wiederholung der voraufgegangenen Formen im Entwicklungsgange der späteren. Das…

  14. 1929-01-01 · Heft 1 · page 26

    geben, nur dann kann es - nicht bewiesen, aber bewährt werden. Das Gleichnis vom natürlichen Leben zur gläubigen Seele kann - wie jedes Gleichnis - nur inhaltliches Verstehen einer an sich fraglosen Wirklichkeit geben, über Existenz oder Ni…

  15. 1929-01-01 · Heft 1 · page 27

    möglich, daß den Menschen jegliche Forderung an die Seele nicht ärgerlich sondern einfach unverständlich wird. - Es gibt im Bereich des dogmatischen Erkennens nicht so etwas wie einen gesicherten, unv erlierbaren Bestand. Es gibt den Uberga…

  16. 1929-01-01 · Heft 1 · page 28

    kaum berufen, aus ihr den Protest gegen den Gedanken des ewigen Todes zu nehmen. Die Wirklichkeitsbedeutung des Dogmas läßt sich in der Tat nicht für ein allgemeines, begrifflich bestimmtes Dogma erweisen, etwa als zum Wesen des Menschensei…

  17. 1929-01-01 · Heft 1 · page 29

    EBERHARD GRISEBACH ALTES UND NEUES DENKEN Kritische Bemerkungen und Fragen zu Hermann Herrigels Buch „Das neue Denken "*) Es kann heute nicht mehr bezweifelt werden, daß sich eine Wandlung des Denkens nach dem Weltkriege in Deutschland voll…

  18. 1929-01-01 · Heft 1 · page 30

    lung der Philosophie, die das prinzipielle Denken überhaupt als fragwürdig erscheinen läßt? Offenbar zielt Herrigel auf den Abbau der Uberschätzung prinzipiellen Denkens ab. In dieser Tendenz liegt der Wert seines Buches, den wir voll anerk…

  19. 1929-01-01 · Heft 1 · page 31

    vorweggenommen? Handelt es sich doch hier um ein Bild der besonderen Situation, wie dort im Idealismus um einen allgemeinen Begriff von Gemeinschaft, Politik und Geschichte. Ist dieses geschaute Bild nicht ebenso eine prinzipiell begründete…

  20. 1929-01-01 · Heft 1 · page 32

    …ystem mag sich gläubig für zureichender halten, es mag der besonderen Welt näher kommen, aber es bleibt bis heute trotz Aristoteles und Kierkegaard die Frage ungelöst, wie diese gewonnene, besondere Welt als die einzig wirkliche endliche Welt zu recht…