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fragen bestimmterer Art für uns praktisch werden. Was der Mensch auch zur Ausfüllung seines Lebensraums unternehmen möge; was er auch an Torheiten und Erkühnungen ersinnen, an Leidenschaften, Übertretungen und Opfern erproben möge: nie wird…
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gewahr, daß es völlig sinnlos ist, von einem Lebendigsein oder auch nur von einem „Sein46 in der Abtrennung vom Lebensmittelpunkt zu sprechen. Durchgängige Ablösung vom Lebensgrund überlebt kein Geschöpf. Soviel Abtrünnigkeit, soviel Tod is…
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Um diese letzte Einsamkeit also geht es; um das letzte Wachsein im Abgrund einer atemlosen Stille; um das äußerste Beisichsein des Ichpunktes; um jene Stelle, wo ein einziges Ohr noch in die gähnende Leere hinaushorcht, ein einziges Auge no…
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gemacht hat, in die eigene Brust. Genau und gerecht geht dieser Prozeß vor sich, und mit wachen Sinnen erlebe ich dann den Augenblick, wo ich mir selber fremd werde und nicht nur meine Hände und mein Spiegelbild, sondern mein eigenes, inner…
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unscheinbare Ding hinein, an dessen Wirklichkeit geglaubt wird. Wir sind ihm, lange ehe es zu den Niederwerfungen und Gebeten kommt, schon dadurch verschrieben, daß wir, still am Tische sitzend, den Atem einziehen und ausgeben, gläubig verw…
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JUSTUS SCHWARZ DIE WIRKLICHKEIT DES MENSCHEN IN RILKES LETZTEN DICHTUNGEN 1. In Rilkes letzten Dichtungen, die als „Duineser Elegien" und „Die Sonette an Orpheus44 gesammelt veröffentlicht wurden, geht es um die Wirklichkeit des Menschen. E…
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zunehmen haben. Wenn wir den Zugang gewinnen wollen zu dem, w as in den Elegien vorgeht, müssen wir uns dahin führen lassen, wohin uns der Dichter vorausgegangen ist, zur Besinnung auf uns selbst. Bei einer solchen, dem Dichter nachgehenden…
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2. Die Duineser Elegien setzen voraus eine Erschütterung der Existenz des Dichters. Rilke ist sein eigenes Dichten fragwürdig geworden. Dies Dichten hat seine erste große Auswirkung im ,, Stundenbuch64 gefunden. Darin hat Rilke versucht, wi…
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allgemeineren Problematik des heutigen Menschentums wurzelt. Sein Ich ist gerade in seiner Isolation einem „Wir" zugehörig. Für den heutigen Menschen, wie Rilke ihn erfährt, ist charakteristisch die Zerstreutheit seines Erlebens. Dadurch is…
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Krankheit aus wachsen, die den Menschen von der Wirklichkeit absperrt. Ein Lebensgang wäre denkbar, und ist wohl früher den Menschen selbst verständlicher gewesen, wo hingegeben an das jeweils Erlebte der Mensch im Anderen lebte, ohne schon…
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gefärbte, gestaltete Welt. So gehen sie nicht mit Wirklichkeit um, sondern mit der Spiegelwelt ihres Ich; die Möglichkeit, d.h. die vom Ich aus und für das Ich reflektierte Welt schiebt sich an die Stelle der Wirklichkeit. Ob Erwartung oder…
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Organisation nach bestimmten Regeln, Antizipationen, die es abdrängen von der Völligkeit des Erlebens, Das Leben desTänzers - wie Rilkes Freund Rudolf Kaßner einen bestimmten Typ des heutigen Intellektuellen benannt hat - ist bestimmt durch…
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Richtungnahme des menschlichen Willens, die sich stützt und steigert an einer bestimmten Meinung von den Erfordernissen wirklichen Lebens. Diese Unwirklichkeit dessen, womit er umgeht, wird dem Menschen spürbar in dem „spannenden Drang", de…
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Wirklichkeit durch das Gefühl besonders nahe. Aber mit der Forderung eines stärkeren, unmittelbareren Erlebens würde er noch nicht sich von dem Niveau zeitgenössischer Strebungen abheben. Denn das Begehren nach Erleben ist etwas für den heu…
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die Welt organisiert, kann ihm diese Wirklichkeit aufgehen. Aber wie kann das geschehen? Wie kann der Mensch von der Bemühung um Sicherstellung des Ich in der Welt und der Welt für das Ich loskommen? 5. Einer Verderbnis des modernen Lebens …
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Von Kierkegaard unterscheidet Rilke die andere Stellung zur christlichen Tradition. Rilke kann nicht den Gott des Christentums gegen die Schwermut anrufen. Die christliche Tradition ist ihm abgerissen. Gott ist bei Rilke nicht von vornherei…
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nicht durchkreuzt von ichsüchtiger Reflexion, sondern ist für sie ein dauerndes Gegenübersein zu dem was ihnen begegnet. Ein nie abreißendes Band hält Erlebenden und erlebte Welt verknüpft. Rilke weist diese Einigkeit mit dem eigenen Schick…
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der sie angelegt wird, um so sicherer verloren. Wie es dem Nikolaj Kusrnitsch (Malte Laurids Brigge) geschieht, der seine Lebenszeit als Kapital berechnen will. Währenddessen aber zieht ihm die wirkliche, seine eigene Zeit vorüber. Gerade d…
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Weg zur Wirklichkeit unseres Lebens. Er führt auf den Tod zu. Eine merkwürdige Querstrebigkeit scheint sich als Grundwesen des Lebens aufzutun. Wer besitzen will, verliert, und wer nicht zu haben bereit ist, der gewinnt. - Doch hier muß uns…
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geleistete Opfer alles Irdischen. Darum wird es uns leichter, wenn wir den Tod in unser Bewußtsein aufgenommen haben, den Abschied vom Irdischen zu bestehen. Der Tod, der uns die Opfer sozusagen vorvollzieht, ist uns vertraulich als ein Hel…