Mannheim
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  1. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 201

    Verbauert. 201 welche anfangs ihre kümmerliche Lage mit sich brachte, kam dieser Schmerz ans viele Jahre nicht zum Durchbruch. Nichtsdestoweniger kam sie sich stets wie ein veredelter Rosenstrauch vor, der, bestimmt, Gartenrosen in üppiger …

  2. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 202

    202 Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Jndenthnms. fachen ruhigen Widerstand entgegen. Der stille Streit dauerte wol schon einige Zeit, aber er wurde niemals heftiger. Keine Nationalitäts- und keine politische Frage lag der Kleid…

  3. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 203

    Perbauert. 203 gute Frau mit neuen Gesprüchswen-> düngen und Nachrichten. Maier Schlemihl, eigentlich aber Maier Weiß, war seit vielen Jahren eine Art Laufbursche im Hause des pesther Productenhändlexs Anton Baumfeld. Maier war schon längst…

  4. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 204

    204 Jllustr. Monatsh. für die gef. schreibt, und Sie werden gleich sehen, was das für eine geschickte Person ist! Ich habe Briefe mitgenommen, die ich in der Stadt theils abgeben, theils auf die Post geben soll, und da ist auch einer darunt…

  5. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 205

    Verb auert. 205 gangen, und bis zu der Eisenbahnstation haben Sie noch eine gute Stunde zu gehen; legen «sie sich dort auf dem Sofa schlafen. Ich werde Ihnen schon eine Fahrgelegenheit besorgen lassen, damit sie die Eisenbahn nicht versäume…

  6. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 206

    2(1«! Jllustr. Monatsh. für die ges. und seine Gastfreundin mußte bei dem komischen Anblick unwillkürlich der Heiterkeit in ihrem Herzen wieder Raum geben. Mit schwer unterdrücktem Lachen und den Worten: „Sie hat wirklich eine sehr schöne H…

  7. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 207

    Verbauert. 207 beleuchtete, blendete sie derart, daß sie denselben nicht erkennen konnte. Um so glänzender war die Erscheinung, die so recht zu der mütterlich stolzen Phantasie Esther's paßte. Ein kühner Reiter auf einein cdeln Pferde, und …

  8. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 208

    203 Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Judenthums. nahe einen Trost darin, sich Bela's Gemüthsstimmung damit zn erklären, daß er ans der Värischcn Puszta von einem schönen, schnippischen Munde, vielleicht gar auch von Wilhelm Lie…

  9. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 209

    Verbauert. so spät sei. Es lag aber in seinen Worten nicht der Ton verheimlichten Glückes. Er sprach mit Unmnth nnd Horn nnd entfernte sich rasch, um das Pferd in den Stall zu führen. Dann ging er zur Ruhe. Der Helle Mondschein, der das Bil…

  10. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 210

    210 JlLustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Zudenthums. gewesen, und dieser Gedanke hatte ihn stets gleichgültig gelassen. Aber was war es jetzt, das ihm das Blut ins Gesicht jagte? „Bin ich doch ein Bauer; was soll ich in Pesth oder …

  11. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 211

    Perbauert. einige Stufen höher. Er war nicht mehr ganz so krumm gebeugt wie sonst, und Esther erstaunte über das Selbstbewußtsein, mit welchem er ihr jetzt sagte, er werde mit Gottes Hülfe bald anfangen können, etwas auf eigene Fällst zu un…

  12. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 212

    212 Zllustr. Monatsh. für die gef. las, desto mehr konnte sie sich einbilden, keinen fremden Brief, sondern den Brief ihrer Schwiegertochter zu lesen. Rach einem Eingang, in welchem sie sich flüchtig auf eilt Schreiben der Freundin bezog, f…

  13. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 213

    Verbauert. 2!3 der zu, legte ihn ins Couvert und weckte ihren Gast, denn die Magd hatte ihr eben gemeldet, daß die Suppe auf dem Tische sei. „Der Brief ist gut", sagte Esther zu Maier; „die Sache wird sich mit Gottes Hülfe machen." Mehr kon…

  14. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 214

    …chenfreund! — In diesen wenigen Silben liegt die Summe aller Gesinnungen und Bestrebungen des jetzt achtzigjährigen Sir Moses Montefiöre, dessen Name wot keinen: gebildeten Israeliten unbekannt ist. Ein Menschenfreund im wörtlichsten Sinne, stets für das W…

  15. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 215

    …Frömmigkeit war sein erster Grundsatz, und hiervon durchdrungen, erbaute er im Jahre 1837 zwischen seinem Landhause und Ramsgate eine Synagoge, die er regelmäßig besuchte, lim daselbst seine Andacht zu verrichten. Er war stolz darauf, ein englische…

  16. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 216

    216 JllusLr. Monatsh. für die qef. Interessen des Judenthunrs. than zu haben, so daß Loewe mit Neckt sagen konnte: „Wo Krankheit und Mangel sich zeigten, dahin lenkten sie beide ihre Schritte, und der Leidende, wer cs auch sein mochte, erfr…

  17. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 217

    Sir Moses Montefiore, Baronet. 217 Noch denselben Tag faßten die Reisenden eine Adresse an den Vicekönig ab, worin sie um Erlaubniß zu einer…

  18. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 218

    218 Jllustr. Monatsh. für die gef. Reisenden am 28. October mit hohen Ehrenbezeigungen und mit den Ausdrücken humanster Gesinnung, welche gegen das Benehmen der französischen Regierungsvertreter wohlthuend abstachen. An den Ferman eines Sol…

  19. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 219

    Sir Moses Montefiore, Baronet. 219 von welchem dieser den armen Israeliten Palästinas kleine Anleben zu 500 und 1000 Piaster zu niedrigem Zi…

  20. 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 220

    220 Jllustr. Monatsh. für die gef. daß ihm, als er zurückreiste, der Vicekönig von Aegypten seinen einzigen Sohn, einen fünfjährigen Knaben, anvertraute, damit ihn der würdige Greis mit nach Europa nehme. Bald nachher führte ihn ein Ereigni…