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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 218

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 3 (Juni 1865)
Date
1865-06-01
Page
Seite 218 (sequence 34)
Language
German
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218 Jllustr. Monatsh. für die gef. Reisenden am 28. October mit hohen Ehrenbezeigungen und mit den Ausdrücken humanster Gesinnung, welche gegen das Benehmen der französischen Regierungsvertreter wohlthuend abstachen. An den Ferman eines Soliman II. und eines Amurath schließt sich würdig jener freisinnige Ferman, den Abd-ul-Medschid am 6. November 1840 zu Konstantinopel erließ, der den glücklichen Schlußstein zur Trauergeschichte jenes Jahres bildet und die glänzende Stelle enthält: „Von der Liebe zu unfern Unterthanen geleitet, können wir nicht gestatten, daß Mitglieder der jüdischen Nation wegen unbegründeter Beschuldigungen beunruhigt und gefoltert werden, wollen vielmehr, daß die jüdische Nation dieselben Rechie und Freiheiten genieße, welche den zahlreichen, unserer Macht unterworfenen Nationen bewilligt sind." Montesiore sandte diesen Ferman durch Oberst Churchill nach Damaskus. So war denn ein großes Werk, wol das glänzendste in Monteftore's Wirken, glücklich vollbracht. Seine Rückreise, die er mit dem erhebendsten Bewußtsein antrat, führte ihn über Rom. Sie glich einem Triumphzuge. Zwischen Genua und Savona begegnete ihm, nebenbei gesagt, ein kleiner Unfall, der seine Herzensgüte im besten Lichte erscheinen ließ, und den wir daher nicht verschweigen wollen. Sein Wagen nämlich drohte in eine Schlucht zu stürzen. Ein treuer Diener beeilte sich, die Lebensgefahr von den theuern Personen abzuwcnden und wurde durch einen Sturz unter die Räder selbst schwer verletzt. Montesiore kehrte sogleich nach Genua zurück, wo er bis zur Herstellung des Dieners blieb. So wußte er auch im kleinen der Humanität treu zu bleiben. In Paris angelangt, wurde er am 21. Februar 1841 durch Lord Granville dem König vorgestellt und begab sich alsdann nach London, wo er den 3. März eintraf. Dankgebete in allen Synagogen Europas, ja der civilisirten Well, feierten die glückliche Rückkehr und das erfreuliche Resultat dieser Reise. Eine große Menge von Poesien, Adressen und Ehrengaben bekundete die all¬ Jntereffen des Judenthums. seitige Theilnahme. Auch die hochsinnige Königin erwies ihm als Anerkennung eine besondere Auszeichnung, indem sie seinein Wappen, zur Erinnerung air diese philantropischen Verdienste, Supporters (Schildträger) verlieh, die sonst nur Pairs, Ordensrittern und Prinzen gewährt sind; die Schildträger bestanden in einem Löwen und einem Hirsch, die beide Fahnen tragen, voll welchen die rechte mit der hebräischeil Inschrift „Jerusalem" versehen ist. Das Hamburger Comite ließ ihm zu Ehren eine Denkmünze prägen. Eine Anzahl Juden in Großbritannien, Nordamerika, Jamaica, Barbadoes und Gibraltar verehrte ihm einen kunst- und werthvollen silbernen Tafelaufsatz von 1319 Unzen Gewicht. Derselbe stellte eine Art Monument dar, an welchem David, das Lamm aus des Löwen Klauen rettend, Moses, Esra sowie schön componirte Basreliefs besonders künstlerisch ausgeführt waren. lieber diesen vielfachen Anerkennungen, deren äußerlicher Reiz ihn leicht hätte blenden können, vergaß Montefiore nicht das Ziel, dem er zustrebte. Noch immer war die Kolonisation in Palästina eine seiner Lieblingsideen. Ihm lag daran, die in Palästina lebenden Juden aus der Verdumpfung, in welche sie versunken waren, durch Schulen, Ackerbau, Druckereien, Krankenpflege, geregelte Geschäftsthätigkeit auf eine höhere Culturstufe zu heben. Er scheute keine Opfer, um dergleichen Bestrebungen zu fördern. „Alle Sehnsucht meines Herzens", schrieb er damals, „ist dahin gerichtet, meinen Brüdern das schwerlastende Joch des Exils zu erleichtern. Aber wenn ich auch durch Gottes Gnade einiges zu ihrer Erleichterung thun kann, ist es doch nichts gegen das, was für Israel geschehen könnte, wenn die Edeln meines Volks mich mit Rath und That unterstützten." So schickte er im Juli 1842 eine vorzügliche englische Druckerpresse nach Jerusalem, um dessen Juden zu Fleiß und geistiger Thätigkeit anzuregen. So übergab er ferner dem im November 1842 wieder nach dem Oriente reisenden Churchill ein kleines Kapital.

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