Mannheim
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  1. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 32

    560 Bibel und Dichtung. Unkenntnis des höchsten Schatzes, der die Menschheit beglücken sollte, ihre Tage dahinleben. Um wieviel beneidenswerter ist die Lage der Dichtung. Welcher Gebildete ist nicht schmerzlich berührt, wenn eine Lücke in d…

  2. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 33

    … hat unser Volk die erhabene Größe auch nichtjüdischen Geistes erkannt und gepriesen. In unvergleichlicher Klarheit hat Samson Raphael Hirsch am Vorabend des Schillerfestes (1859) diesem Gedanken sein Wort geliehen. ״Wenn der Genius lebend unter uns träte, aus …

  3. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 34

    …ders. Gott helfe mir!״ Aus Israels Vergangenheit steigt ein ähnliches Bild empor2). Vor den Großen seines Reiches steht Jeremia, der Prophet. Auch er ist zum Widerruf gefordert. Auch sein Haupt von Todesnähe bedroht. ״Was ich gesprochen; im Namen …

  4. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 35

    Bibel und Dichtung. 563 Ein zweiter Einwurf wendet sich gegen die innere Berechtigung unseres Prinzips. Die Darstelllung der Bibel, so betont man mit liecht, fußt auf absoluter Wahrheit, ist gegründet auf historischer Realität. Das Reich de…

  5. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 36

    564* Bibel ־und Dichtung. sie sich dem Höchsten weiht, wenn sie לשם שמים vollbracht1), so jeder Dienst im Reiche des Geistes. Wohl ist es schwer im Hinblick anf die mannigfachen Versuche, die den göttlichen Ursprung der Lehre erweisen wolle…

  6. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 37

    Bibel und Dichtung. 565 Kenner, dieser gehaltreichsten Lyrik nichts Ebenbürtiges an die Seite zu stellen“ 1). Zahlreiche Gedankenreihen weisen auch hier auf die Bibel hin, unter ihnen jene, die in der Gegenwart ersehntestes Ideal der Mensch…

  7. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 38

    566 Homiletisch-Exegetisches. weist, soll immer mehr und mehr im Lichte wissenschaftlicher Wahrheit erglänzen: אשריך ישראל יאחה עי במותימי חדרך Glücklieh Israel, auf den Höhen der Völker schreitest du, gestützt auf deinen Gott, dahin! Homil…

  8. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 39

    H o m ileti s c 11 - E x eg e t i s che 56/ man zählt und mißt es nach geistigen, ewigen Werten; den Tod und die Vernichtung, zu denen ich dies Volk verfluchen soll, gibt es gar nicht bei ihm; und darum ״stürbe doch meine Seele den Tod der …

  9. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 40

    Homiletisch-Exegetisches. II. Die Vers-G-liederung in האזיני. Die Verszahl in der Bibel scheint• in vielen Fällen eine durchaus beabsichtigte und bedeutsame zu sein: zur Gliederung des Inhalts und zur Abtrennung des Ganzen in seine einzelne…

  10. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 41

    Homiletisch-Exegetisches. .09 Hauptteil; Israels Erwählung, schreitet fort von der Unwandelbarkeit Gottes und der Unbeständigkeit Israels (gewissermaßen Themasetzung V. 4—6). zu Israels Gottes-Bestimmung vom ersten Anbeginn (V. 7—9), zu sei…

  11. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 42

    57° Homiletisch-Exegetisches III. Die zwei Tafeln. ״Was stand auf den zwo steinernen Tafeln des Bundesrw Wir antworten gewöhnlich, allerdings nicht im Sinne Götlies; Pflichten gegen Gott und Pflichten gegen den Nebenmenschen Darum ist die S…

  12. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 43

    Homiletisch-Exegetische: 5 71 Wir haben oben das Wesen dieser drei positiven Pflichten dahin präzisiert: Heilige deine Person, deine Arbeit, deine Familie. Gottesglaube ist Heiligung deines eigenen, gottentstammten Ich (אנכי). Sabbat ist Wr…

  13. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 44

    5;2 H omilet iseh-Exegetisches. was er ist, nicht böswillig verkleinern, und was er hat, nicht neidisch begehren. Nur auf solcher Grundlage wird Leben Frieden und Besitz des Anderen vor deinem freventlichen Eingriff sicher sein. — Genau in …

  14. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 45

    Von den 613 Gesetzen. 573 Von den 613 Gesetzen. V011 Rabbiner Dr. S. Kaatz. Hindeuburg O.-S. 9. Der erste, der eine Zusammenfassung der 613 Gesetze vorn ahm. war der der gaonäi sehen Zeit1) angehörende R. Simon aus Kahira. Derselbe zählt si…

  15. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 46

    574 Von den 613 Gesetzen. Nicht der Schwung hoher Poesie und künstlerischer (Testaltung bildet den Wert dieser Asharot, sondern die Gesinnung, die daraus spricht, das Fühlen und Empfinden des jüdischen Herzens, das der äußern Satzung ein in…

  16. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 47

    …abgegrenzte Gebote und Verbote zu erhalten, der würde sich vergeblich bemühen. In analoger Weise hat auch vermutlich R. Simlai bei der Zahl 613 nicht an systematisch abgegrenzte Gesetze gedacht. Und wenn ihm ein Kanon Vorgelegen hat, so kann die …

  17. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 48

    …ng des Ibn Ajub). Mit einer Härte und Schroffheit, die ungerecht und unverständlich wäre, wenn man nicht die Motive des Maimonides berücksichtigte, fällt er über die Rekonstruktion des Baal h. g. ein schonungslos verniehtendes Urteil. Das Sefer ham. …

  18. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 49

    …orgedrungen und den Sieg nicht habe errungen, und an der Stelle, wo er wähnt zu gehen, weder sitzen könne noch stehen.“ Nachmanides schrieb ״Entwürfe“ (Hassagot) zum Sefer ham', in denen er die Angriffe auf den Baal h. g. zurückwies und. trotzdem er v…

  19. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 50

    …estandteil jenes großen Werkes betrachtet werde“. (Peritz* Buch der Gesetze. Vorwort.) Welches war nun die Stellung des Maimonides zum Ausspruch R. Simlais? Faßte er die Zahl (313 als eine dogmatisehe auf. als eine unumstößliche überlieferte Wahrheit…

  20. 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 51

    Von den 613 Gesetzen. 579 R. Simlais als etwas gegebenes an und macht ihn zum Kähmen für sein eignes System. Den Ausspruch K. Simlais erwähnt er in der Einleitung nur ganz kurz und nebenher ohne überhaupt in eine Erörterung darüber einzutre…