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Jeschurun · 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 12 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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Von den 613 Gesetzen. 575 poetischen1) Charakter; sie weist den sogenannten Musivstii auf. und es ist daher kein Wunder, daß sie den Liturgen und Poeten als Anregung, Ausgangspunkt und Grundlage für ihre Schöpfungen diente. Besonders bemerkenswert sind die Asharot des Gaon Saadia (Ilaschi zu 2 B M 24. 12), der die 613 Gesetze auf den Dekalog verteilte, ohne daß einer seiner Nachfolgen sich dadurch gehindert fühlte, eine andere Verteilung vorzunehmen. Der Mangel an Systematik in der Aufzählung des Baal hal. ged. kann als ein Vorzug der Rekonstruktion angesehen werden, weil er dadurch dem Geiste des zugrunde liegenden Ausspruchs R. Simlais am besten gerecht wurde. Der Vergleich mit den auf 11 reduzierten Geboten Davids, den 6 des Jesajas u. s. w. wird dadurch ungezwungener und natürlicher, denn die zitierten Psalmen- und Prophetenverse enthalten ja auch keine systematische Gliederung von Geboten, sondern die einzelnen Ausdrücke in ihnen sind zumeist Synonyma und Parallelbegriffe. Wer sie in ein System pressen wollte, um 11. 6 11. s. w. systematisch von einander abgegrenzte Gebote und Verbote zu erhalten, der würde sich vergeblich bemühen. In analoger Weise hat auch vermutlich R. Simlai bei der Zahl 613 nicht an systematisch abgegrenzte Gesetze gedacht. Und wenn ihm ein Kanon Vorgelegen hat, so kann die Aufzählung des Baal h. g. im Großen und Ganzen nach Art und Anlage diesem Kanon ziemlich nahe gekommen sein. Die Zusammenstellung des Baal h. g. genoß jahrhundertelang eine pietätvolle Verehrung und Anerkennung. Mai- 1j Dieser Ansicht scheint vielleicht auch Ihn Esra zu sein, denn er wendet auf die Schöpfung des Baal hal. ged. (5 B M 27. 1) den Ausdruck Asharot an, der damals für die liturgischen Stücke in Gebrauch war. Daß man unter Asharot lediglich poetische Stücke verstand, geht klar hervor aus Maimonides, der in der Einleitung zum Sefer ham. zwischen gelehrten Bearbeitungen der 613 Gesetze und Asharot unterscheidet. Wenn also Ibn Esra in Bezug auf den Baal h. g. den Ausdruck Asharot braucht, so scheint er seine Schöpfung ebenfalls den liturgischpoetischen Stücken zuzurechnen. Vgl. auch seine rätselhafte Schrift Jesod Mora.

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