Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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578 Von den 613 Gesetzen. und Unstimmigkeiten sind immer motiviert und tinden ihre Erklärung in der Tendenz des Werkes, eine Begründung zu geben für die von ihm geschaffene Systematisierung des gesamten balaehischen Materials. Er hat aber das Sefer hamizwot in arabischer und nicht wie den Mischne Tora in hebräischer Sprache abgefäßt, damit es, wie Ibn Tibbon in der Einleitung sagt, nicht als ״ein integrierender Bestandteil jenes großen Werkes betrachtet werde“. (Peritz* Buch der Gesetze. Vorwort.) Welches war nun die Stellung des Maimonides zum Ausspruch R. Simlais? Faßte er die Zahl (313 als eine dogmatisehe auf. als eine unumstößliche überlieferte Wahrheit, an der nicht zu rütteln ist? Oder hielt er sie für die persönliche, von anderen Talmudlehrern nicht geteilte Berechnung R. Simlais? Daß Nachmanides es für zulässig erachtet, die Zahl für eine aggadische zu halten, für eine persönliche Ansicht R. Simlais. die von anderen Talmudlehrern bestritten wurde, sagt er in seinen Ein würfen zu Regel 1 ausdrücklich und beweist auch die Richtigkeit seiner Auffassung. Er fühlt sich damit in einem Gegensatz zr Maimonides. Aber wenn wir genauer zusehen. ist m. E. die Auffassung des M. in Bezug auf die Zahl 613 von der des N. nicht gar so weit entfernt. Ich will die Sache durch einen Vergleich i veranschaulichen: Jehuda Halevi knüpft in seinem Kusari an die Bekehrung des Chazarenkönigs an. Er nimmt, ohne sich darum zu kümmern, ob und was daran historisch ist, diese Bekehrung als etwas Gegebenes an und benützt sie als Einkleidung für sein System. In gleicher Weise wendet m. E. Maimonides den Ausspruch keiten und Widersprüche finden, nicht Irrtümer und Versehen vorliegen, sondern ־. ^I<kxrchu9chte Gründe und Absichten. Um eines der frappantester ׳. o de zu nennen: In seinem Mischnakommentar zu Chulin 113 a sow 11. maach. assur. 9, 4 entscheidet er, daß das Verbot von. ר־ חיח בחלב*." ein rabbinisches ist. In seiner Einleitung zur Miscln^ Stichwort וחחלק דלרבי^י sowie in H. Mamrim 2, 9 nennt er dagegen dieses Verbot ein biblisches. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Maimonides ein bestimmtes Motiv hatte, das ihn zu diesem auffallenden Verfahren veranlaßte.