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Jeschurun · 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 12 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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5;2 H omilet iseh-Exegetisches. was er ist, nicht böswillig verkleinern, und was er hat, nicht neidisch begehren. Nur auf solcher Grundlage wird Leben Frieden und Besitz des Anderen vor deinem freventlichen Eingriff sicher sein. — Genau in diesem Sinne schließt auch in קדשים die, nur bedeutend differenziertere. Reihe der sozialen Abwehr- und Schutzgesetze (11—18) mit dem grundlegenden ואחכה לרעך כמין!) — er ist dein Nächster, würdige ihn wie dich selbst, gönne ihm das Seine, wie dir das!)eine! —. Wir aber erleben in einer Zeit, die kaum ein Wort häufiger und lauter im Munde führt, als das der Nächstenliebe, aufs neue eine grauenvolle Zertrümmerung der zweiten Gesetzestafel. Leben, Frieden und Besitz der Menschheit sind gleich nichts geachtet: der Neid hat unsere Feinde den Weltbrand entzünden lassen, und mit Lüge und Verleumdung beschwichtigen sie ihr Gewissen. Und das in einer Kulturweit und bei Kultur־ Völkern, die ,.du sollst nicht morden“ nicht nur im Dekalog lesen, sondern siebenfach in ihre Gesetzesbücher eingeschrieben haben. ״Darum bleibt aller Staatenbau der Menschen Stückwerk und vergebenes, gebrechliches Bemühen, so lange sie nicht die Menschen niajestät dem Staate und den Staat dem Gesetze und das Gesetz Gott unterstellen, sondern umgekehrt die Gottesrruldigimg pflegen, um damit der schwanken Mensclienhuldigung eine Stütze zu gewähren. Nur erst wenn Gott ״König über die ganze Erde geworden׳“, wird das Elend von der Erde weichen.u (Hirsch, zum Dekalog, II. S. 217). l) Von hier aus läßt sich die Frage beantworten, warum Hill ei diesem Satze die negative Form gegeben hat: דעלך סכי לחברך לא תעביד. Es sind ausschließlich Verbote, die er abschließend zusammenfaßt, entsprechend der zweiten Tafel des Dekalogs. Wäre es übrigens undenkbar, daß bei der grammatikalisch nun einmal nicht völlig, erklärliehen Dativform לרעך in III 1.9. 18 der Schlußakkord des Dekalogs mitklingt, und zu לרעך dementsprechend כל אשר hinzudenken ist?

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