Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292942-2292954--01105-2294354- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Von den 613 Gesetzen. 579 R. Simlais als etwas gegebenes an und macht ihn zum Kähmen für sein eignes System. Den Ausspruch K. Simlais erwähnt er in der Einleitung nur ganz kurz und nebenher ohne überhaupt in eine Erörterung darüber einzutreten, ob er ein Dogma enthält oder eine aggadische Bemerkung ist 1). Er benutzt ihn und andere Midraschim zwar hin und wieder zu polemischen Zwecken, aber immer nur um sein System zu verteidigen und zu stützen. Ein Beispiel: M. stellt die Regel auf (3). daß man nicht diejenigen Gesetze zählen dürfe, welche nicht für alle Zeit giltig sind, und er zitiert als Beweis hierfür den oben erwähnten Midrasch, daß jedes der 248 Glieder dem Menschen zurufe, eines der 248 Gebote zu erfüllen, und jeder der 365 Tage ihn mahne, nicht eines der 365 Verbote zu übertreten. Daraus gehe hervor, daß die Zahl der Gebote und Verbote nie verringert werden könne, sonst würde ja der Midrasch unwahr werden. Glaubt nun irgend jemand, M. habe um des Midrasch willen die Zählung auf die für alle Zeit gütigen Gesetze beschränkt und nicht umgekehrt den Midrasch deshalb so gedeutet, weil er in sein System nur die für alle Zeit gütigen Gesetze aufnehmen wollte? Glaubt irgend jemand, es sei M. entgangen, daß der Midrasch nicht urgiert werden dürfe, wenn nicht Sinnlosigkeiten herauskommen sollen? Um die Probe aufs Exempel zu machen: Da viele der 613 Gesetze sich nur auf Priester, Leviten, Richter, Könige u. s. w. beziehen, was haben Glieder und Sonne dem gewöhnlichen Israeliten zugerufen, für den jene Gesetze nicht galten? Was haben sie den Israeliten zugerufen, die zwischen der Offenbarung am *) Auch am Schlüsse der Einleitung des Mischna Tora zitiert er die Zahl 613 nur ganz nebenbei, als Überleitung zur Aufzählung, und hebt vorher ausdrücklich hervor, daß die Einteilung des M. T. nach Themen erfolge, unbekümmert darum, wieviel Mizwot jeder Abschnitt enthalte. Durch diese Hervorhebung deutet er implizite an, daß er der Zählung der Gesetze eine nur untergeordnete Bedeutung beimesse, und daß sie keinen Einfluß hatte auf die Architektur des M. T. Vergleiche auch Jad Maleachi II כללי הדבלבם ^r. 34, wo eine Ansicht des R. David abi Simra zitiert wird, daß die Zählung der Gesetze im Mischna Tora lediglich mnemotechnische Zwecke habe.